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Lebensmittelunverträglichkeiten – Kein Ende in Sicht?

18 Jul, 2019

Lebensmittelunverträglichkeit oder doch Allergie?

Betroffene, mit immer wieder auftretenden Symptomen, fragen sich nach dem Auslöser ihrer Beschwerden. In nicht zu wenigen Fällen ist der Grund für die Beschwerden eine Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel. Hierbei wird in der Regel zwischen einer normalen Lebensmittelunverträglichkeit und einer Nahrungsmittelallergie unterschieden. Der große Unterschied zwischen den beiden ist die Einwirkung des Immunsystems. So ist das Immunsystem bei einer bloßen Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel nicht an den Symptomen beteiligt. Die Ursachen für Unverträglichkeiten sind vielfältig. Die bekannteste Lebensmittelunverträglichkeit ist die Laktoseintoleranz. Bei dieser Unverträglichkeit ist die Ursache ein Mangel an Laktase. Dieses Enzym sorgt für die Spaltung von Laktose. Ein Fehlen von Laktase führt zu körperlichen Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten. 

Eine Lebensmittelallergie wird verursacht durch eine Überreaktion des Immunsystems auf ungefährliche Substanzen. Kinder und Erwachsene reagieren dabei oftmals auf unterschiedliche Substanzen. Während Kinder häufig allergisch auf Hühnerei, Milch und Weizen reagieren, erfahren Erwachsene meist allergische Reaktionen auf Äpfel, Erdnüsse oder Fisch. Die Auswirkungen einer Nahrungsmittelallergie sind im Gegensatz zu einer Unverträglichkeit aber um einiges schwerwiegender. Bei einer Allergie können bereits kleine Mengen der Substanz zu Beschwerden, wie Rötungen, Schwellungen, Kreislaufproblemen bis hin zu einer Atemnot, führen.

 

Immer mehr Unverträglichkeiten

Lebensmittel versorgen uns mit den Nährstoffen, die wir zum Leben brauchen. Zu diesen Nährstoffen gehören Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Bei Lebensmittelunverträglichkeiten können bestimmte Bestandteile unserer Nahrung aber nicht richtig verwertet werden und es kommt zu Beschwerden bei den Betroffenen. Die Liste der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, auf die Menschen mit Beschwerden reagieren, ist lang. Laut einer Studie der pronova BKK von April 2018, geben rund ein Vierteil aller deutschen Bundesbürger an, unter einer Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit zu leiden1. Die Gründe für diesen hohen Anteil liegen besonders an der heutigen Lebensweise.

 

Lebenswandel

Der Wandel im Lebensstil der Menschen spielt eine zentrale Rolle bei der Betrachtung von vermeintlichen Unverträglichkeiten. In der heutigen schnelllebigen Zeit nehmen sich die meisten Menschen keine Zeit mehr, um sich ihr Essen selbst zuzubereiten. Mahlzeiten werden außer Haus verzehrt und diese bestehen in vielen Fällen aus Convenience-Produkten. Die Folge dieses Verhaltens ist eine relativ stark eingeschränkte Lebensmittelauswahl sowie ein hoher Anteil an verarbeiten Lebensmitteln. Der Körper reagiert auf diese veränderte Ernährungsweise und nicht zu selten treten dadurch Magen-Darm-Beschwerden auf. Durch den vermehrten Verzehr von Convenience-Produkten kann es aber auch zu Mangelerscheinungen kommen. Essenzielle Vitalstoffe, wie Calcium oder Magnesium, werden durch eine falsche Ernährung nicht mehr im Körper aufgenommen und es kommt zu einer Unterversorgung. Diese falsche Ernährung kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Betroffene erkennen meist aber nicht den Zusammenhang zwischen diesen Essgewohnheiten und ihren Symptomen. Es wird eher eine Lebensmittelunverträglichkeit erwartet.

 

Negative Erwartungen

Aber nicht nur die Essgewohnheiten sind schuld an Beschwerden nach dem Essen, auch negative Erwartungen führen oftmals zu ähnlichen Symptomen, wie bei Unverträglichkeiten. Der Begriff „Placebo-Effekt“ ist wohl jedem bekannt. Hierbei werden beispielsweise Scheinmedikamente verabreicht, die dann trotzdem positive Auswirkungen zeigen. Der „Nocebo-Effekt“ funktioniert genau andersrum. Hier bewirkt die Erwartung von unangenehmen Folgen reale Beschwerden. Besonders unspezifische Symptome, wie Blähungen, Müdigkeit oder Bauchschmerzen verstärken diese Erwartungen und der Betroffene bildet sich eine tatsächliche Störung ein. Daher ist es so wichtig, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ob immunlogisch oder nicht-immunologisch, genau von einem Arzt untersucht und diagnostiziert werden.

 

Eigendiagnose mit Folgen

Betroffene, die tatsächlich unter Lebensmittelunverträglichkeiten leiden, müssen sich in ihrer Ernährung teilweise stark umstellen und ihre Ernährungsgewohnheiten an ihre Unverträglichkeit anpassen. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich selbst mit Lebensmittelunverträglichkeiten diagnostizieren und demnach auf eigene Faust ihre Ernährung umstellen. Der Verzicht auf diese bestimmten Nahrungsmittel kann ernsthafte Folgen mit sich bringen. So kann es leicht zu Mangelerscheinungen kommen, wenn die Ernährung stark umgestellt wird und kein ärztlicher Rat hinzugezogen wird. Deshalb gilt, dass bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit oder gar eine Lebensmittelallergie, lieber der Arzt aufgesucht werden sollte und die Symptome von einer professionellen Fachkraft untersucht werden. 

1 https://www.pronovabkk.de/studie-nahrungsmittelunvertraeglichkeiten

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