Tradition kann auch anders - Schöne und skurrile Weihnachtsbräuche zum Ausprobieren

14.12.2018 16:00

Es gibt viele traditionelle Weihnachtsbräuche, die die Vorweihnachtszeit versüßen sollen: Der Schwibbogen im Fenster, Weihnachtsplätzchen mit Zimt und Vanille oder die geputzten Schuhe für Nikolaus und Knecht Ruprecht. Wem die klassischen, alljährlichen Weihnachtsbräuche bei uns langsam etwas langweilig werden, für den gibt es Alternativen aus aller Welt, die es sich lohnt, auszuprobieren. Ein paar der schönsten und skurrilsten Weihnachtsbräuche haben wir hier zusammengestellt.

 

Christbaumschmuck einmal anders: Die Weihnachtsgurke

Der Weihnachtsbaum ist wohl das markanteste Symbol für unser Weihnachtsfest, schließlich liegen unter ihm die Geschenke für die ganze Familie. Doch was wäre er ohne den passenden Baumschmuck? Der hat in den vergangenen Jahren mitunter skurrile Formen angenommen. 

So ist in den USA die „Weihnachtsgurke“ beliebt. Dabei handelt es sich um eine aus Glas geblasene Weihnachtskugel in Form einer sauren Gurke, der „Christmas Pickle“. Vor der Bescherung suchen die Kinder des Hauses den Weihnachtsbaum nach dem Schmuckstück ab. Wer die Gurke zuerst findet, erhält ein besonderes Geschenk. Besonders kurios: Obwohl dieser Weihnachtsbrauch „ur-deutsch“ sein soll, ist er in Deutschland fast unbekannt.

 

„Spuckende“ Baumstämme in Katalonien

Dieser Weihnachtsbrauch aus dem Norden Spaniens klingt nicht sehr appetitlich, macht jedoch großen Spaß. Der „Tió de Nadal“, der „Holzklotz der Weihnacht“, ist ein Baumstamm, der vor dem 08. Dezember mit einer roten Mütze, Beinen und einem lächelnden Gesicht verziert wird. Bis Heiligabend versorgen die Kinder des Hauses ihn mit Essen, während eine Decke den Baumstamm „wärmt“. Am Heiligen Abend ist es dann soweit: die Kinder singen dem Baumstamm das Lied „Caga tió“ (deutsch: „Scheiß, Holzklotz!“) und schlagen mit Stöcken auf ihn ein, damit er Süßigkeiten und kleine Geschenke „ausscheidet“. Die wurden vorher von den Eltern in die Decke gewickelt.

 

Angst vor Hexen: Besen verstecken 

Die Norweger pflegen den Weihnachtsbrauch des „Besen Versteckens“, der seine Wurzeln im mittelalterlichen Hexenglauben hat. Das Verstecken von Besen und Schaufel sollte Hexen und böse Geister daran hindern, auf ihnen in die Nacht zu reiten. Die Geisteraustreibung in der Weihnachtszeit bzw. in den Raunächten vom 21. Dezember bis 6. Januar ist ein alter europäischer Brauch. Traditionell werden in dieser Zeit auch in Haus, Hof und Stall duftende Kräuter und Weihrauch geräuchert, um böse Geister zu vertreiben. Wer also Angst vor Unordnung im eigenen Haus hat, sollte seinen Besen nach Weihnachten gut verstecken! 

 

Frühlingsgefühle zu Weihnachten: der Barbarazweig

Dieser Weihnachtsbrauch geht auf eine christliche Heiligensage zurück. Wer am 04. Dezember, dem Namenstag der heiligen Barbara, frische Zweige von einem Obstbaum (Kirsche, Apfel, Pflaume, oder auch Holunder, Haselnuss oder Birke) abschneidet und in der warmen Wohnung in Wasser stellt, der kann sich unter Umständen auf Obstblüten freuen. Blühen die Zweige an Weihnachten, versprechen sie Glück im kommenden Jahr. Manche wollen aus den Zweigen auch ihr Liebesglück herauslesen: Jeder Zweig erhält den Namen eines anderen Verehrers zugewiesen. Derjenige Zweig, der zuerst aufblüht, verrät den Namen des Bräutigams. Ob das wirklich klappt?

 

Nach dem Saunagang Glück mit der Mandel

Die Finnen sind berühmt für ihre Saunaliebe, und der Saunagang darf natürlich auch an Weihnachten nicht fehlen! In Finnland steht traditionell ein Saunagang vor dem Weihnachtsfestmal auf dem Plan. Das Festessen besteht dann aber nicht etwa aus Gans und Braten, sondern aus einem Weihnachtsbrei, der aus Reis, Zimt, Zucker und Milch hergestellt wird. In eine der Schüsseln wird eine Mandel untergerührt - wer sie findet, der kann sich auf großes Glück im neuen Jahr freuen!

 

Der Klassiker: Küssen unter dem Mistelzweig

Dieser Weihnachtsbrauch ist ein Klassiker aus dem englischsprachigen Raum, der jedoch auch schon bei den alten Römern bekannt war. Die Mistel gilt seit jeher als mystische Pflanze mit geheimnisvollen Kräften, die sowohl vergiften als auch heilen können. Und durch ihr immergrünes Erscheinungsbild symbolisieren sie im Winter das Leben in der Natur. Über dem Haus- oder Wohnungseingang aufgehängt, ist die Mistel ein Liebesbote: Wenn Mann und Frau sich darunter küssen, bleiben sie ein Leben lang zusammen. Traditionell „darf“ die Mistel vom 01. Dezember bis 06. Januar aufgehängt werden - so kann man mit dem Küssen auch sicherheitshalber bis nach der Bescherung warten.

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