So erkennst du geeignete Lebensmittel, wenn du laktoseintolerant bist

25.01.2019 12:00

Wenn du laktoseintolerant bist, ist die europäische Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) dein bester Freund. Die schreibt Herstellern nämlich vor, wie sie ihre Produkte kennzeichnen müssen. Eine Liste aller Inhaltsstoffe, Zusätze wie Emulgatoren und Aromen sowie ein Hinweis auf eventuelle Allergene sind dabei verpflichtend. Auch die Kennzeichnung darüber, ob ein Lebensmittel Laktose enthält, ist vorgeschrieben. Dabei gelten für abgepackte Lebensmittel andere Vorgaben, als für unverpackte.

 

Die Kennzeichnung laktosefreier, verpackter Lebensmittel

Die LMIV schreibt vor, dass Lebensmittel nur dann als laktosefrei ausgewiesen dürfen, wenn sie weniger als 0,1 Gramm pro 100 Gramm oder Milliliter enthalten. Das Gesetz greift allerdings ausschließlich für abgepackte Milchprodukte, etwa Käse, Milch, Joghurt, usw.

Für andere Fertigprodukte besteht keine gesetzliche Kennzeichnungspflicht als solche. Dennoch weisen viele Hersteller auch unbedenkliche Lebensmittel wie Wurst längst auf freiwilliger Basis als laktosefrei aus. Auch dafür legen sie meist den Grenzwert für Milchprodukte zugrunde.

 

Unverpackte Lebensmittel als laktosefrei erkennen

Für lose Lebensmittel gilt eine abweichende Regelung. Wenn du also frische Ware in der Auslage kaufen oder im Restaurant essen gehen willst, dann musst du selbst aktiv werden. Zwar besteht für Restaurantinhaber, Metzger und Bäcker die Möglichkeit, ihre Produkte entsprechend auszuweisen. Es besteht aber keine gesetzliche Verpflichtung.

Sie müssen allerdings anderweitig auf eventuellen Laktosegehalt hinweisen. Das können sie etwa mit einem Info-Flyer tun oder durch kleine Symbole in der Speisekarte. Sie können es dir aber auch einfach sagen. Im Zweifelsfall musst du beim Kauf loser Lebensmittel selbst aktiv werden und nachfragen. Dann bist du auf der sicheren Seite.

 

Die Begriffe musst du kennen, wenn du laktoseintolerant bist

Wenn du abgepackte Ware kaufst, ist wichtig, dass du als Laktoseintolerante/r weißt, worauf du bei den vielen Informationen auf der Verpackung achten musst. Viele Hersteller machen es dir da mittlerweile zum Glück einfach. Inhaltsstoffe, die Laktose enthalten, drucken sie meist –wie auch Allergie auslösende Zutaten –fett. Damit kannst du beim Lesen der Zutatenliste schneller erfassen, ob ein Produkt für Laktoseintolerante geeignet ist oder nicht.

Einige Bestandteile sind aber nicht immer so leicht zu erfassen, wie der Hinweis auf Milch oder Butter. Nach diesen Begriffen musst du Ausschau halten, wenn du unsicher bist, ob du ein Lebensmittel verträgst:

 

  • E966 – eine E-Nummer, die für den Zusatzstoff Laktit (auch Lactitol gennant) steht und bedeutet: „Aus Milchzucker hergestellt“.
  • Laktose (Milchzucker), auch Lactose geschrieben.
  • Laktosemonohydrat – auch Lactosemonohydrat, Lactose-Monohydrat oder Lactose 1H2O/Monohydrat.
  • Jede Art von Milch, die pulverisiert wurde – Magermilchpulver, Milchpulver, Vollmilchpulver, usw.
  • Molke – eine Restflüssigkeit, die bei der Käseherstellung entsteht und als Süßmolke, Labmolke oder Sauermolke in der Lebensmittelverarbeitung Verwendung findet.
  • Molkepulver, entsprechend auch Süßmolkepulver oder Sauermolkepulver.

 

Lebensmittel, die von Natur aus Laktose enthalten, sind ein No-Go.

Sicher weißt du längst, dass tierische Milch und Erzeugnisse daraus für dich tabu sind. Darum ist klar, dass du beim Einkaufen auch auf folgende Hinweise auf Produkten achten musst:

 

  • Alle Zutaten, die mit Milch ausgewiesen sind – Milchschokolade, Milchfett, Milcherzeugnis, Milchzubereitung, Milchbestandteile, Trockenmilch, Kuhmilch, Schafsmilch, Ziegenmilch, Magermilch, Dickmilch, Vollmilch, Rohmilch, Käsemilch, entrahmte Milch und Kondensmilch.
  • Jede Käse-, Quark- und Frischkäsesorte.
  • Rahm, süße und saure Sahne, Crème fraîche, Schmand, Sahnepulver oder Kaffeesahne.
  • Joghurt oder Joghurtpulver.
  • Butter, auch in der Form von Butterreinfett bzw. Butterschmalz, Buttermilch und Buttermilchpulver.
  • Kefir und Kefirpulver.
  • Und schließlich und endlich solltest du bei dem Begriff „Schokoladenzubereitung“ auch die Ohren spitzen.

 

Beim Einkaufen auf Nummer sicher gehen

Wenn du beim Einkaufen auf Produkte zurückgreifst, die als „laktosefrei“ ausgewiesen sind, kannst du nichts falsch machen. Zum Glück gibt es mittlerweile viele Lebensmittel, die entweder durch den Zusatz von Laktase oder durch natürliche Reifungsprozesse, keine Laktose beinhalten. Schon allein aus Werbezwecken sind diese Produkte gut erkennbar gekennzeichnet. Dank der gesetzlichen Obergrenze für Laktosegehalt kannst du hier bedenkenlos zugreifen.

Für andere Lebensmittel reicht ein Blick auf die Zutatenliste. Die wichtigsten Begriffe zum Erkennen laktosehaltiger Waren kennst du ja nun.

Line-Blogdown