Reizdarm – woher kommt er und was kannst du tun?

24.02.2017 10:06

Reizdarm

Das Reizdarmsyndrom (auch Reizdarm, RDS oder Reizkolon genannt) ist eine der häufigsten Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt. Etwa die Hälfte aller Menschen mit Darmbeschwerden leidet darunter, Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer. Symptome wie Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Krämpfe und Bauchschmerzen sind dabei typisch. Diese treten meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr erstmals auf und halten Monate, oft sogar Jahre an. Erschwerend kommt hinzu, dass Untersuchungen oft zu keiner klaren Diagnose führen. Intuitiv versuchen viele Erkrankte, alle Lebensmittel, die Symptome auslösen, wegzulassen. Dadurch wird ihr Leben nicht gerade einfach, denn viele wissen irgendwann nicht mehr, was sie noch essen können.

 

Symptome und Ursachen des Reizdarmsyndroms

Das Reizdarmsyndrom hat Ähnlichkeit mit anderen Darmerkrankungen wie chronische Entzündungen, Milchzuckerunverträglichkeit und auch einer Laktoseintoleranz. Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl und Magenkrämpfe treten dabei in der Regel tagsüber auf und nicht in der Nacht. Weil sich auch ernstere Erkrankungen ähnlich äußern können und der Körper einer starken Belastung ausgesetzt ist, solltest du bei wochenlangen, unklaren Magen-Darm-Beschwerden immer einen Spezialisten aufsuchen. Der Gastroenterologe ist der richtige Ansprechpartner. Bei Verdacht auf einen Reizdarm kommt er über die Ausschlussdiagnose zum Befund. Als Ursache kommen mehrere Faktoren in Betracht, genau geklärt sind die Auslöser jedoch nicht. Einige Ärzte vermuten bakterielle Infektionen des Magen-Darm-Traktes, andere eine Störung der Immunfunktion im Verdauungssystem und wieder andere eine gestörte Darmperistaltik, also ein Ungleichgewicht zwischen Kontraktion und Erschlaffung der ringförmigen Darmmuskulatur. Einig sind sich Mediziner darin, dass der Nahrungsbrei bei Betroffenen zu schnell oder zu langsam durch den Magen-Darm-Trakt wandert. Bei einer zu schnellen Passage kommt es zu Durchfall, bei einer zu langsamen zu Verstopfung. Völlegefühl, Bauchschmerzen und Blähungen können hinzukommen und gleichzeitig auftreten.

 

Die Therapie des Reizdarmsyndroms

Es gibt keinen allgemeingültigen Behandlungsansatz. Da das Krankheitsbild von Fall zu Fall abweicht, muss auch die Behandlung genau auf den Patienten abgestimmt sein. Da Beschwerden häufig in Verbindung mit Stress auftreten ist es empfehlenswert Stress so weit wie möglich zu reduzieren. Kurzzeitig lassen sich die Beschwerden auch durch Medikamente mildern, dies ist jedoch keine langfristige Lösung. Bei akuten Schmerzen hilft Wärme, denn sie löst Verspannungen. Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen sind dafür geeignet. Eine sanfte Massage kann ebenfalls Linderung bringen. Am Vielversprechendsten ist die Ernährungsumstellung. Dabei hat sich das Führen eines Ernährungstagebuchs bewährt. Hierin solltest du mehrere Wochen lang alles eintragen, was du verzehrst und nach welchen Mahlzeiten Beschwerden auftreten und dies anschließend mit deinem Arzt besprechen. Sollte sich herausstellen, dass es sich um eine Laktoseintoleranz handelt, kann sie durch Vermeiden von laktosehaltigen Produkten erfolgreich therapiert werden. Unterstützend hilft die Einnahme von LactoJoy-Tabletten, wenn etwas mit Milchzucker konsumiert wird.

 

Reizdarm vorbeugen – geht das?

Eine wesentliche Maßnahme gegen Durchfall, Verstopfung und Blähungen bei einem Reizdarmsyndrom ist, wie bereits erwähnt, die Umstellung deiner Ernährung. Möchtest du diese Symptome vorbeugen, kann es nicht schaden, wenn du bereits im Vorfeld auf eine möglichst ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung achtest. Nimm dir ausreichend Zeit für jede Mahlzeit. Vermeide fettreiche, blähende und scharf gewürzte Speisen und kaue jeden Bissen gründlich. Auch Kaffee und Alkohol haben eine treibende und reizende Wirkung auf den Darm und sollten nach Möglichkeit selten konsumiert werden. Probiotische Kost (wie beispielsweise Milch oder Naturjoghurt) ist bei manchen Menschen hilfreich und stärkt die Darmflora. Bei einer Laktoseintoleranz ist dies aber natürlich nicht der Fall. Sport hat in jedem Fall eine positive Wirkung auf die Darmtätigkeit und regt die Verdauung an. Achtest du zusätzlich auf einen regelmäßigen Tagesablauf und genügend Schlaf wirkt auch dies förderlich für deine Verdauung. Hilfreich sind ebenso Entspannungsmethoden. Vielleicht ist Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung das Richtige für dich. Sollten sich die Symptome des Reizdarms nicht bessern, kommt eventuell eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie infrage. Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, ein Reizdarm sollte deine Lebensfreude nicht beeinträchtigen. Es ist zwar unangenehm, aber zum Glück ungefährlich. Als Patient mit Reizdarm hast du auch kein höheres Risiko für schwere Darmerkrankungen wie chronische Entzündungen oder Darmkrebs.

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