Osteoporose durch Laktoseintoleranz?

05.08.2019 14:46

Osteoporose durch Laktoseintoleranz?

Laktoseintolerante Menschen müssen sich mit vielen Vorurteilen rumschlagen bezüglich ihrer Milchzuckerunverträglichkeit. Vor allem in Bezug auf die Gesundheit gibt es viele Aussagen von Außenstehenden. Da bei einer Laktoseintoleranz gezielt auf Milchprodukte verzichtet wird, bekommen laktoseintolerante Menschen oftmals gesagt, dass ihre Knochen darunter leiden werden. Doch wie legitim ist diese Aussage, dass laktoseintolerante Menschen schlechte Knochen haben und hat dies Auswirkungen auf ein erhöhtes Risiko für Osteoporose? Dieser Artikel möchte dir diese Fragen beantworten.

 

Kann eine Laktoseintoleranz Osteoporose auslösen?

Osteoporose ist eine chronische Erkrankung der Knochen, bei der das Verhältnis von Knochenbau und Knochenabbau, sowie Knochendichte und Knochenqualität gestört ist. Normalerweise sind Knochenneubildung und Knochenabbau sehr eben verteilt. Bei einer Erkrankung mit Osteoporose überwiegt aber der Knochenabbau, deshalb wird die Krankheit auch Knochenschwund genannt. Durch den vermehrten Knochenabbau wird die Knochenstruktur porös und fragil. Dies lässt den Knochen schon bei normaler Alltagsbelastung leichter brechen. Besonders Oberhalsschenkel und die Wirbel sind durch Osteoporose fragil, da sie viel Gewicht halten müssen und im Alltag eher belastet werden. Der größte Risikofaktor für Osteoporose ist allerdings nicht eine schlechte Ernährung oder der Verzicht von Milch und Milchprodukten, sondern viel eher die erbliche Veranlagung. Weitere Risikofaktoren für Osteoporose sind ein erhöhter Alkoholkonsum1, Rauchen2 und Bewegungsmangel. Die Angst vor Osteoporose durch eine Laktoseintoleranz ist daher eher unbegründet. Trotzdem sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, auch, wenn sie keine große Auswirkung auf das Risiko von Osteoporose hat. Generell ist eine ausgewogene Ernährung wichtig für unsere Gesundheit.

 

Ausreichende Calciumversorgung trotz Laktoseintoleranz?

Aufgrund der unangenehmen Folgen, die die Einnahme von Milch und Milchprodukten bei laktoseintoleranten Menschen haben kann, verzichten die meisten weitestgehend auf laktosehaltige Nahrungsmittel. Bei diesem Verzicht kommt bei vielen aber auch die Angst auf, dass sie unter Mängeln durch den Verzicht auf Milchprodukte leiden könnten. Besonders herrscht große Angst um eine Mangelerscheinung mit Calcium. Aber sind dadurch die Knochen in Gefahr?

Zunächst ist dazu zu sagen, dass trotz einer Laktoseintoleranz nicht komplett auf calciumhaltige Lebensmittel verzichtet werden muss. Zum einen, weil nicht einmal auf alle Milchprodukte verzichtet werden muss, da nicht alle auch unbedingt große Mengen Laktose enthalten. Hartkäse, wie Gouda, Emmentaler oder Parmesan, sind beispielsweise sehr calciumreich und enthalten fast keinerlei Laktose. Zum anderen muss nicht auf alle calciumhaltigen Lebensmittel verzichtet werden, da auch in anderen Nahrungsmitteln Calcium steckt. Deshalb ist eine ausgewogene Ernährung auch so wichtig bei einer Laktoseintoleranz.

 

Calciumhaltige Nahrungsmittel

Der empfohlene Tagesbedarf an Calcium liegt, laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), bei einem erwachsenen Menschen bei 1000 Milligramm3. Dieser ist laut der DGE auch durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung erreichbar. Neben Milchprodukten enthalten auch andere Lebensmittel eine Menge an Calcium. Vor allem in grünem Gemüse steckt reichlich von dem Mineralstoff. Besonders mit Brokkoli, Spinat und Grünkohl kann der Calciumhaushalt gut gefüllt werden. Aber auch Nüsse wie Hasel- und Paranüsse und Hülsenfrüchte enthalten eine Menge Calcium. Damit der Calciumhaushalt auch ausreichend gedeckt ist, muss die Ernährung entsprechend angepasst werden.

 

Vorsicht vor gestörter Calciumaufnahme

Auch wenn die Calciumaufnahme und die Knochen nicht von einer Laktoseintoleranz wirklich beeinflusst werden, gibt es allerdings andere Faktoren, die den Körper davon abhalten können, genügend Calcium aufzunehmen. So kann beispielsweise zu viel Phosphat im Körper dafür sorgen, dass es nicht zu einer ausreichenden Versorgung mit Calcium kommt. Deshalb sollte bei der Ernährung darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Phosphate mit der Nahrung aufgenommen werden. Phosphate finden sich etwa in Cola, Backwaren, Konserven und Fleisch- und Wurstwaren. Für eine richtige Verwertung von Calcium ist außerdem Vitamin D wichtig. Dieses schleust nämlich das Calcium erst in die Knochen.

 

1 Brückle Dr., Wolfgang: Osteoporose. Stabil durchs Leben, Stuttgart 2014, S. 84.

2 El Masry, Chaled J.; Ruf, Kathrin: Osteoporose: Vorbeugen und ganzheitlich behandeln, München 2013, S. 32.

3 https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/

Line-Blogdown