Neun Zucker-Mythen

08.03.2019 11:00

Er steckt in Schokolade, Eis, Ketchup und Softdrinks: Zucker versüßt uns das Leben. Aber: Sein schlechter Ruf eilt ihm voraus. Zucker gilt als Dick- und Krankmacher. Doch ist er wirklich so ein Übeltäter? Wir gehen den neun größten Zucker-Mythen auf den Grund… 

 

Zucker-Mythos 1: Zucker macht krank und dick 

Zucker ist überall – per se ist er eigentlich auch gar nicht „böse“. Nur der Überkonsum macht Zucker zu einem echten Problem. Im Durchschnitt essen wir nämlich fast 100 Gramm pro Tag – die Weltgesundheitsorganisationempfiehlt aber maximal ein Viertel davon. Mit dem Überschuss nähren wir unsere Fettzellen. Übergewicht, Fettleber, Insulinresistenz oder Diabetes können die Folgen sein. Aber nicht nur das: Zucker fördert im Körper Entzündungen. Im Darm führt zu viel Zucker zu Blähungen, Verstopfung und Durchfall. Er zerstört deine Darmflora, weil sich „schlechte“ Darmbakterien von Zucker nähren. So entstehen Pilze und Parasiten, vor allem der Hefepilz Candida. Und sogar Depressionen, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlafstörungen und allgemeine Konzentrationsschwäche stehen im Zusammenhang mit einem zu hohen Zuckerkonsum. Und natürlich ist er Hauptübeltäter, wenn es um Karies geht. Dieser Mythos ist deshalb wahr. 

 

Zucker-Mythos 2: Brauner Zucker ist besser als weißer Zucker

Stimmt nicht. 100 Gramm Zucker liefern 400 Kalorien – ganz egal ob braun oder weiß. Auch die geringe Menge an Mineralstoffen, die im braunen Zucker stecken, machen ihn nicht wirklich gesünder. Einen nennenswerten Unterschied gibt es nur im Geschmack. Brauner Zucker schmeckt etwas malziger, leicht nach Karamell. Das liegt an der Herstellung. Beide Zuckerarten gewinnt man aus Zuckerrohr oder -rübe. Die Pflanze wird gekocht, gepresst und behandelt. So entsteht ein süßer, brauner Sirup, der zu braunem Rohzucker und flüssiger Melasse, einem Zuckernebenprodukt, auskristallisiert. In der sogenannten Aufreinigung wird der Zucker von der Melasse so lange getrennt bis er weiß wird. Brauner Zucker ist somit ein Zwischenprodukt. 

 

Zucker-Mythos 3: Zucker ist gleich Zucker 

Traubenzucker, Fruchtzucker, Milchzucker: Es gibt viele verschiedene Zuckerarten. Sie schmecken unterschiedlich süß.  Eines haben sie aber gemeinsam: den hohen Kaloriengehalt von vier Kilokalorien pro Gramm. Dieser Mythos ist damit bestätigt. 

 

Zucker-Mythos 4: Zucker macht süchtig

Richtig. Zucker bewirkt nämlich, dass im Gehirn bestimmte Botenstoffe freigesetzt werden, die für Wohlbefinden sorgen. Unser Belohnungssystem verführt uns deshalb immer wieder zu Süßem, löst damit ein suchtähnliches Verhalten aus. Bei Zucker-Entzug reagiert unser Körper unter anderem mit Kopfschmerzen und Reizbarkeit. Der Grund sind schnelle Schwankungen im Blutzuckerspiegel. Zucker treibt den Blutzuckerspiegel wie ein Treibstoff nach oben. Beim Entzug sinkt der Blutzuckerspiegel vorübergehend in den Keller, er muss sich erst wieder auf ein normales Maß einpendeln. 

 

Zucker-Mythos 5: Zucker erkennt man anhand der Zutatenliste

Falsch! Leider kann man sich – wenn man nicht gerade ein Ernährungswissenschaftler ist – nicht immer auf die Zutatenliste verlassen. Zucker versteckt sich nämlich hinter vielen Begriffen, die uns nicht unbedingt geläufig sind. Zu Zuckern zählen neben Saccharose (Haushaltszucker)unter anderem auch: Dextrose,Raffinose, Glukose,Fruktosesirup, Glukosesirup, Stärkesirup, Karamellsirup,Laktose, Maltose oder Malzextrakt, Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin, Süßmolkenpulver,Gerstenmalz oder Gerstenmalzextrakt.

 

Zucker-Mythos 6: Zuckerfreie Lebensmittel enthalten keinen Zucker

Der Aufdruck „zuckerfrei“ sagt leider nicht unbedingt etwas über den tatsächlichen Zuckeranteil aus. Zuckerfrei bedeutet nämlich nur, dass keine Saccharose, also unser gewöhnlicher Haushaltszucker, enthalten ist. Stattdessen wird zum Beispiel mit Glukose, Fruktose oder einem Zuckerersatzstoff gesüßt. Dieser Mythos ist falsch. 

 

Zucker-Mythos 7: Honig ist besser als Zucker

Richtig. Honig besteht wie Zucker aus Glukose und Fruktose, hat aber etwas weniger Kalorien. Im Gegensatz zu normalem Haushaltszucker enthält der goldene Bienennektar viele Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren. Er erhöht außerdem den Blutzuckerspiegel langsamer als Zucker – und das hilft gegen Heißhunger. 

 

Zucker-Mythos 8: Fruchtzucker macht nicht dick

Klar, Obst ist gesund. Aber: Zucker ist Zucker. Und das Fruchtzucker nicht dick macht, ist deshalb ein Mythos. Deshalb solltest du sehr zuckerhaltiges Obst nur in Maßen genießen. Ohne „schlechtes Gewissen“ naschen kannst du zum Beispiel Beeren und Papaya. Zurückhalten solltest du dich bei Bananen, Trauben und Kirschen. 

 

Zucker-Mythos 9: Zuckeralternativen sind gesünder 

Richtig. Ahornsirup, Agavendicksaft oder Dattelsirup enthalteneinen hohen Fruchtzuckeranteil, punkten aber mit ihrem Mineralstoffgehalt und einem etwas geringerem Kaloriengehalt als Haushaltszucker. Auch Xylit bzw. Birkenzucker ist eine gute Alternative. Er wird aus Buchenholz oder aus den Resten von Maiskolben gewonnen und hat fast die gleiche Süßkraft wie normaler Haushaltszucker – dafür aber nur rund die Hälfte der Kalorien. Besonders figurfreundlich ist Erythrit. Erythrit sieht aus wie normaler Haushaltszucker und besitzt ungefähr 75 Prozent von dessen Süßkraft. Es ist gut verträglich und wird nicht verstoffwechselt. Erythrit wirkt deshalb nicht auf den Blutzuckerspiegel, ist somit für Diabetiker geeignet und nahezu kalorienfrei. Viele Vorteile bietet auch Stevia, in seiner Heimat Südamerika wird er seit Jahrhunderten als Süßungsmittel verwendet. Nachteil und nicht jedermanns Sache ist der Eigengeschmack von Stevia.

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