Nahrungsergänzungsmittel - unsere Empfehlung

23.03.2018 10:00



Kleine Pillen, großes Wunder: Nahrungsergänzungsmittel wecken oft utopische Erwartungen. Sie sollen fitter, schlanker und jünger machen. Dazu Schutz vor Krankheiten bieten und natürlich die Leistungsfähigkeit steigern. Puh, wenn das doch nur so einfach wäre…


Was versteht man unter Nahrungsergänzungsmitteln? 

Unter Nahrungsergänzungsmitteln versteht man - wie der Name schon sagt - smarte Produkte, die die Ernährung ergänzen sollen. Das Angebot ist riesig. Man findet Nährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren, Ballaststoffe, Kräuterextrakte oder Mineralstoffe konzentriert und meist hochdosiert als Kapseln, Tabletten, Pulver und in flüssiger Form. Nahrungsergänzungsmittel gelten als Lebensmittel, darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ausdrücklich hin. Sie sind kein Arzneimittel, unterliegen jedoch einer Anmeldung beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Für die Werbung der Präparate gibt es strenge Regeln: Es dürfen keine Aussagen zur Beseitigung, Linderung und Verhütung von Krankheiten sowie keinerlei Hinweise auf ärztliche Empfehlung oder Gutachten gemacht werden. 


Machen Nahrungsergänzungsmittel überhaupt Sinn? 

Wer gesund und vital ist und sich ausgewogen mit frischen und natürlichen Lebensmitteln ernährt, bekommt in der Regel alle Nährstoffe, die der Körper braucht. Wenn die Ernährung den täglichen Bedarf des Körpers aber nicht ausreichend decken kann, kann die Einnahme sinnvoll und sogar essenziell sein, um Mangelzustände auszugleichen. Denn manchmal besteht aufgrund besonderer Umständen ein erhöhter Bedarf an verschiedenen Mineralstoffen. So steigt zum Beispiel in einer Schwangerschaft der Eisen-Bedarf auf das Doppelte an. Ein Sportler braucht mehr Magnesium, als er durch seine Mahlzeiten aufnehmen kann. Und eine zusätzliche Einnahme von Selen kann bei Schilddrüsenerkrankungen helfen. Zu Mangelerscheinungen kann es auch bei Stress oder während einer Diät kommen. 


Wie finde ich das richtige Nahrungsergänzungsmittel für mich? 

Vitamin A, B, C, D, Kalzium, Magnesium, Zink - bei dem ganzen Angebot sieht man den Wald vor lauter Bäume nicht. Die Produkte versprechen alle viel, doch diese vermeintlich tollen Helferlein entpuppen sich leider häufig als Mogelpackung. Vitamine und Spurenelemente können nämlich im Labor erzeugt werden. Wir empfehlen deshalb, immer den Beipackzettel oder die Inhaltsangabe genau zu studieren. Du solltest auf einen natürlichen Ursprung großen Wert legen. Biologische Inhaltsstoffe, wie getrocknete und pulverisierte Pflanzenteile, sind gesünder als Laborprodukte. Außerdem kann der Organismus natürliche Inhaltsstoffe besser aufnehmen und verarbeiten, als künstlich erzeugte Vitamine. 


Brauche ich ein Nahrungsergänzungsmittel? 

Laut einer Studie leiden 90 % der deutschen Bevölkerung unter einem Vitamin-D- Mangel, 80 % fehlt Folsäure. Bei 70 % ist der Jodspiegel zu niedrig. Vitamin-C-Mangel ist bei 30 % der Bevölkerung verbreitet. 75 % der Frauen im gebärfähigen Alter weisen Eisenmangel auf. Das sind erschreckende Zahlen. Gefährdet sind vor allem Schwangere und Stillende, Sportler, Vegetarier, Veganer, Kinder und Jugendliche im Wachstum sowie ältere Menschen. Auch Frauen, die hormonell Verhüten, weisen häufig einen erhöhten Bedarf an Folsäure, B-Vitaminen, Vitamin C, Magnesium und Zink auf. Einen Nährstoffmangel zu erkennen, ist aber gar nicht so einfach. Müdigkeit oder eine höhere Anfälligkeit für Infekte können ein Warnzeichen sein - wer sich öfter schlapp oder ausgelaugt fühlt, bringt das aber nicht unbedingt sofort mit einem Mangel an Nährstoffen in Verbindung. 


Kann man Nahrungsergänzungsmittel überdosieren? 

Das Motto "Viel hilft viel" trifft bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht zu. Eine Überdosierung kann sogar schädlich für die Gesundheit sein und unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Mediziner sprechen dann von einer Hypervitaminose. Die Symptome können ganz unterschiedlich sein. Zu viel Vitamin A kann zum Beispiel zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindelgefühl führen. Gegen eine Überdosierung von Vitamin D wehrt sich der Körper mit Erbrechen. Wer sich für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln entscheidet, sollte deshalb unbedingt die Packungsbeilage beachten und im Zweifelsfall einen Arzt um Rat fragen.

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