Milchzuckerunverträglichkeit vs. Milchallergie - Worin liegt der Unterschied?

08.06.2015 18:09



Oftmals wird Laktoseintoleranz mit Milchallergie verwechselt. Tatsächlich sind einige Symptome wie Verdauungsbeschwerden ähnlich. Im Gegensatz zur Milchallergie handelt es sich bei der Laktoseintoleranz jedoch um keine Allergie, sondern um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

1.    Was ist eine Milchallergie?

Bei der Milchallergie oder Milcheiweißallergie reagiert der Körper allergisch auf das Eiweiß in der Milch. Bei der Aufnahme von Milch identifiziert das Immunsystem die Eiweiße als Fremdkörper und reagiert mit einem Abwehrmechanismus. Es bildet Antikörper gegen die Allergie, die wiederum bestimmte Stoffe wie Histamin produzieren – körperliche Beschwerden sind die Folge. Bei einem chronischen Verlauf der Krankheit wird der Darm geschädigt und die Nährstoffaufnahme gestört.

Etwa 1,6 bis 2,8 % der Kinder unter zwei Jahren sind von einer Milchallergie betroffen. In vielen Fällen verschwindet die Allergie bis zum sechsten Lebensjahr jedoch wieder.

2.    Wie erkenne ich eine Milchallergie?

Es gibt eine Vielzahl an Symptomen bei einer Milchallergie. Die Haut kann starke Reaktionen zeigen (z.B. Neurodermitis, Entzündungen oder Schwellungen), die Atmung kann betroffen sein (z.B. durch Asthma oder Bronchitis, Erschöpfung o.ä.); außerdem können Verdauungsbeschwerden auftreten. In einigen Fällen ist auch die Psyche betroffen: Depressionen, Schlaflosigkeit, innere Unruhe oder Entwicklungsstörungen können auftreten.

3.    Die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Milchallergie und einer Laktoseintoleranz:

Milchallergie

Laktoseintoleranz

Es handelt sich um eine Erkrankung, von der etwa 1,6 bis 2,8 % der Kinder unter zwei Jahren betroffen sind.

Sie ist weder Allergie, noch Erkrankung, sondern eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und eher der Normalfall: Weltweit sind etwa 75 % der Menschen laktoseintolerant.

Das Risiko kann durch Stillen (mind. 4 Monate) erheblich gesenkt werden.

Vorbeugende Maßnahmen sind nicht möglich, da sie vererbt oder durch eine Krankheit erworben wurde.

Symptome können Atembeschwerden, Hautreaktionen, Verdauungsprobleme oder Kreislaufprobleme sein.

Die Symptome äußern sich durch Verdauungsbeschwerden.

Den Symptomen kann durch strikten Verzicht von Kuhmilchprodukten vorgebeugt werden.

Hier werden oftmals auch Produkte mit einem niedrigen Laktosegehalt vertragen, abhängig vom Schweregrad der Milchzuckerunverträglichkeit                        

Sie kann bis zum Schulalter wieder verschwinden.

Die primäre Laktoseintoleranz bleibt ein Leben lang.

Unbehandelt kann sie unter Umständen lebensbedrohlich werden, wenn durch die Allergene ein anaphylaktischer Schock ausgelöst wird.

Sie muss zwar erkannt und behandelt werden, ist aber nicht lebensbedrohlich.

 

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