Laktoseintoleranz bei Babys und Neugeborenen

29.09.2017 09:53

Babys und Neugeborene


Babys und Neugeborene können wie Erwachsene auch an einer Laktoseintoleranz leiden. Die Intoleranz kann, muss aber nicht, von den Eltern oder Großeltern vererbt werden. Das größte Problem bei einer Laktoseintoleranz bei Babys und Neugeborenen ist natürlich, dass die Eltern ein gewisses Gespür für ihr Kind entwickeln müssen, um herauszufinden ob es sich wirklich um eine Laktoseintoleranz handelt. Häufig muss es keine Intoleranz gegen Laktose sein, die Blähungen, Bauchschmerzen und weitere Beschwerden auslösen. Auch andere Intoleranzen oder Krankheiten lösen ähnliche Symptome aus, deshalb sollte man wachsam sein und auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.


Laktoseintoleranz - die Beschwerden

Bei einer Laktoseintoleranz sind die Babys und Neugeborenen nicht in der Lage, den enthaltenen Milchzucker in Muttermilch, Kuhmilch und Co. zu verdauen. Normalerweise spaltet das Enzym Laktase die Laktose im Körper auf, sodass sie verdaut werden kann. Es folgen Beschwerden wie erhöhter Stuhlgang, breiiger Stuhlgang, Blähungen, Verstopfung, Bauchgeräusche, Luftaufstoßen, etc.

Fälle, in denen Säuglinge die Laktose nicht richtig oder gar nicht verdauen können kommen nur selten vor. In Deutschland kommen nur einzelne Babys, ca. drei Prozent, mit einer angeborenen Laktoseintoleranz auf die Welt. Auch in Finnland, wo die Erkrankung weltweit am häufigsten vorkommt, ist schätzungsweise nur ein Baby von 60.000 betroffen. Man sollte deshalb nicht gleich auf eine Laktoseintoleranz schließen, wenn das Baby entsprechende Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Blähungen oder Bauchschmerzen hat.


Wie lässt sich die Laktoseintoleranz diagnostizieren?

Der einzige Weg die Laktoseintoleranz beim Baby richtig zu diagnostizieren ist der Weg zum Arzt und das Beobachten des Kindes nach der Nahrungsaufnahme. Häufig handelt es sich nämlich nicht um eine Laktoseintoleranz, sondern um eine vorübergehende Unverträglichkeit, die durch die Schädigung des Verdauungssystems verursacht wurde. Teilweise können die Symptome auch mit anderen Intoleranzen oder Erkrankungen verwechselt werden. Am besten ist es, wenn man einen Gastroenterologen oder Kinderarzt konsultiert, dieser kann Klarheit schaffen und die Eltern beruhigen oder gegebenenfalls aufklären. Mit Hilfe von Tests kann er auch herausfinden, ob das Baby wirklich an einer Laktoseintoleranz leidet.

Wenn dann beim Baby wirklich eine Laktoseintoleranz diagnostiziert wurde, sollten einige Dinge beachtet werden. Es hilft dem Kind nicht, wenn die Mutter aufhört, laktosehaltige Produkte zu essen, um die Laktose in der Muttermilch zu reduzieren. Wichtig! Alle Säugetiere (dazu gehören auch Menschen) enthalten Laktose in der Muttermilch unabhängig davon, was sie essen. Also muss die Mutter nicht auf Milch und Co. verzichten.

Des Weiteren sollte man nicht einfach Soya-Milch als Ersatz für laktoseintolerante Babys verwenden, denn dann fehlen wichtige Nährstoffe die nur in der Muttermilch enthalten sind. Man sollte am besten mit dem Arzt klären, welche alternativen Produkte das Kind zu sich nehmen kann und soll. Eine Laktoseintoleranz muss nicht angeboren sein, sondern kann auch durch andere Vorerkrankungen entwickelt werden. Lag eine chronische Darmkrankheit (z.B. Morbus Crohn, Zöliakie) vor, so kann es sein, dass die Darmschleimhaut geschädigt wurde und somit das Enzym Laktase nicht mehr ausreichend gebildet wird.

Die Entwicklung einer Laktoseintoleranz kann bei Babys und Kleinkindern unterschiedliche Verläufe haben. Manche Kinder verlieren die Unverträglichkeit wieder nach einiger Zeit, andere können wiederum immer die Unverträglichkeit beibehalten.

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