Laktase – so viel brauchst du wirklich

14.06.2019 10:03

Laktase – so viel brauchst du wirklich!

Wie viel Laktase brauchen wir eigentlich? Wie viel ist zu viel? Und was passiert, wenn wir zu viel Laktase zu uns nehmen? Dieser Artikel geht auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Dosierung ein.

Was ist die richtige Laktase-Dosierung für mich?

Das ist eine sehr gute Frage. Und gar nicht mal so leicht zu beantworten. Dazu müssen wir ein wenig ausholen und ein bisschen was über die Eigenschaften und die Geschichte der Laktase erzählen. Aber keine Sorge, später gibt es auch noch konkrete Tipps für die Dosierung.

 

Es war einmal… Die Laktase und ihre Aktivität

Normalerweise gibt man bei Nahrungsergänzungsmitteln ja immer den Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen usw. als Gewichtsangabe an. Eine Tablette enthält 50 mg Vitamin C, so als Beispiel. Bei Laktase ergibt das aber wenig Sinn. Warum? Eine reine Gewichtsangabe sagt nichts über die Aktivität der Enzyme aus, also über ihre Fähigkeit, Laktose zu spalten. Es können also 500 mg Laktase in einer Tablette sein, aber wer weiß, wie viele von den Enzymen überhaupt noch funktionieren und wie viele vielleicht bei der Herstellung schon kaputtgegangen sind? Das kann niemand abschätzen. Deswegen wurde sich darauf geeinigt, stattdessen die Aktivität der Laktase auf der Packung anzugeben. Das macht es für den Verbraucher einfacher, zu sehen, wie viel wirklich drin ist. Diese Angabe macht man üblicherweise in FCC. FCC steht für Food Chemical Codex. Das ist ein Buch, das als Standardwerk für zahlreiche Tests zur Beurteilung von Lebensmittelzusatzstoffen dient. Dort werden standardisierte Testverfahren beschrieben, die jedes Labor exakt so umsetzen muss, um zum Beispiel die Reinheit eines Stoffs zu bestimmen. Dadurch geht man sicher, dass die Ergebnisse am Schluss auch vergleichbar sind.

Und zwar funktioniert das so, dass eine chemische Substanz namens o-Nitrophenyl-β-D-galactopyranosid in Wasser verdünnt wird, dann wird Laktase zugegeben und es wird über eine bestimmte Zeit gemessen, wie viel von der Substanz von der Laktase gespalten wird. Das Ganze passiert unter für die Laktase perfekten Laborbedingungen, also bei richtigem pH-Wert und ohne störende andere Stoffe. Dieses Ergebnis bezeichnet man dann als FCC oder als Aktivität der Laktase.[1] Aufgrund solcher Messungen ergab sich dann auch die gängige Faustregel – 1000 FCC spalten 5 g Laktose. [2]

 

Labor vs. Realität

Allerdings sind solche Messungen nicht realistisch. Unser Verdauungssystem ist nämlich kein riesiges, wassergefülltes Reagenzglas. Es herrschen dort verschiedene pH-Werte, es sind andere Enzyme da, die die Laktase stören und der Speisebrei ist sehr viel zäher als Wasser und verhindert, dass sich die Laktase richtig verteilt. Das ist auch den Forschern aufgefallen und so haben sie versucht, den Speisebrei[2] und die Bedingungen im Verdauungstrakt[3] im Labor nachzubauen. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Es stellte sich nämlich heraus, dass die angenommenen 5 g pro 1000 FCC ganz und gar nicht der Realität entsprachen. Vielmehr kamen die Forscher je nach Bedingungen und untersuchtem Laktasepräparat auf Werte von 1,7–2,5 g[2] pro 1000 FCC bzw. 1,4 g[3] pro 1000 FCC.

Allerdings schreiben die Forscher auch ganz ehrlich, dass das nur Untersuchungen an einem Modell waren und auch das nicht zu 100 % die Realität abbilden kann. Und das sehen wir ähnlich. Menschen sind verschieden und Essgewohnheiten sind verschieden. Aus diesem Grund kann man sowieso höchstens Richtwerte angeben, wie viel Laktase jeder einzelne braucht. Im Zweifel sollte man lieber mehr Laktase nehmen als weniger (dazu gleich mehr). Deswegen gehen wir von ca. 1,4 g Laktose pro 1000 FCC aus. Ein Glas Milch mit 200 ml enthält ungefähr 9 g Laktose, mit einer halben Tablette LactoJoy 14500 FCC hat man das also schon sicher abgedeckt und sogar noch einen kleinen Puffer. Deswegen sind unsere Produkte so hochdosiert – wir gehen von etwas anderen Werten aus als unsere Wettbewerber.

 

Aber was ist, wenn ich mal zu viel Laktase nehme? Schadet mir das dann?

Nein, darauf gibt es keine Hinweise. Laktasepräparate sind sehr sicher, werden schon lange erfolgreich eingesetzt und wurden schon in mehreren Studien am Menschen getestet, ohne dass es Nebenwirkungen gab.[2,4] Es wurden auch schon Untersuchungen gemacht, in denen Laktase über einen längeren Zeitraum maximal überdosiert wurde. Dabei wurden extreme Mengen an Laktase verabreicht, genau genommen so viel, wie jemand nehmen müsste, wenn er täglich 1500 Liter[5] bzw. 16 000 Liter[6] Milch trinken wollte. Selbst bei so viel Laktase traten keinerlei Probleme auf. Das spricht dafür, dass man Laktase nicht so leicht überdosieren kann. Trotzdem empfehlen wir dir, nicht mehr als 10 Tabletten täglich einzunehmen – nur zur Sicherheit.

 

Das Schicksal der Laktase

Aber was passiert dann, wenn du mehr Laktase eingenommen hast, als du brauchst? Die Antwort lautet: Nicht viel. Laktase ist ein Enzym, so wie unser Verdauungssystem noch viele andere Enzyme benutzt, um unsere Nahrung zu verdauen. Wenn der Körper mehr Enzyme produziert hat, als er braucht, dann haben sie alle ein ähnliches Schicksal: Sie werden entweder verdaut oder ausgeschieden. So ergeht es auch der Laktase.

 

  1. The National Research Council – Food Chemicals Codex: Third Edition, The National Academies Press (1981)
  2. De Vrese, M., Laue, C., Offick, B., Soeth, E., Repenning, F., Thoß, A., Schrezenmeir, J. – A combination of acid lactase from Aspergillus oryzae and yogurt bacteria improves lactose digestion in lactose maldigesters synergistically: A randomized, controlled, double-blind cross-over trial, Clin Nutr. 34(3):394–9, 2015.
  3. O’Connell, S., Walsh, G. – Physicochemical characteristics of commercial lactases relevant to their application in the alleviation of lactose intolerance, Appl Biochem Biotechnol. 134(2):179–91, 2006.
  4. Francesconi, C. F., Machado, M. B., Steinwurz, F., Nones, R. B., Quilici, F. A., Catapani, W. R., Miszputen, S. J., Bafutto, M. – Oral administration of exogenous lactase in tablets for patients diagnosed with lactose intolerance due to primary hypolactasia, Arq Gastroenterol. 53(4):228–234, 2016.
  5. Zou, S., He, X., Liu, Y., Chen, D., Luo, Y., Huang, K., Zhang, W., Xu, W. – Toxicological evaluation of lactase derived from recombinant Pichia pastoris, PLoS One. 3;9(9):e106470, 2014.
  6. Coenen, T. M., Bertens, A. M., de Hoog, S. C., Verspeek-Rip, C. M. – Safety evaluation of a lactase enzyme preparation derived from Kluyveromyces lactis, Food Chem Toxicol. 38(8):671–7, 2000.
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