Kapseln als Darreichungsform

17.02.2017 10:00

Kapseln

Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente werden in den unterschiedlichsten Formen angeboten. Eine der vielen Darreichungsformen ist die Kapsel. Doch was sind Kapseln eigentlich und aus was werden sie hergestellt? Was genau ist eigentlich Gelantine? Wie unterscheiden sich Kapselarten voneinander? Gibt es auch welche für Vegetarier und Veganer?

 

Was sind Kapseln?

Kapseln sind Tabletten die aus einer Hülle und einer Füllung bestehen. Die Hülle ist meist aus einem geschmacksneutralem tierischem Eiweiß (Gelatine) oder aus pflanzlicher Stärke (z.B. Weizenstärke) hergestellt.

Generell werden Kapseln oral eingenommen, damit sie im Magen oder Darm ihre Wirkung entfalten können. Auf manchen Kapselhüllen wird ein magensaftresistenter Überzug gegeben, damit sich die Kapsel gezielt im Darm auflöst.

Kapseln enthalten eine Füllung mit dem medizinischen Wirkstoff. Diese gibt es in unterschiedlicher Form: als Flüssigkeit bei Weichgelatinekapseln und als Pulver, Granulat oder Pellets bei Stärke- und Hartgelatinekapseln.

Um den Inhalt der Kapsel vor Lichteinstrahlungen zu schützen, um das Arzneimittel zu identifizieren oder aus Marketingzwecken sind die Kapseln manchmal bunt gefärbt. Hierzu werden Farbstoffe zu der Standardgelatinelösung hinzugefügt.


Woher kommt die Gelatine in Gelantinekapseln?

Gelatine besteht aus 84%-90% aus tierischem Eiweiß oder denaturiertem bzw. hydrolysiertem Kollagen. Gelatine wird aus dem Bindegewebe (d.h. aus Knochen und Häuten) verschiedener Tierarten wie Schwein, Rind, Geflügel oder Fisch gewonnen. Meist werden allerdings Rinderknochen oder Rinderhaut genutzt, damit auch Muslime (welche Schweinefleisch komplett meiden) die Kapseln einnehmen dürfen. Am besten du fragst vorher deinen Arzt oder den Apotheker, um auf Nummer sicher zu gehen, ob und welche Gelatine genutzt wird und ob es eventuell eine Alternative gibt.

Die Gelatine wird durch einen industriellen Herstellungsprozess gewonnen: Unlösliches Bindegewebe wird dabei von Haut und Knochen einem Aufschlussverfahren (Hydrolyse) unterzogen. So werden Pepti-Bindungen aufgespalten und das wasserlösliche Kollagen lässt sich extrahieren.

Gelatine schützt als Bestandteil von Hart- und Weichgelatinekapseln diese vor schädlichen Einflüsse (wie Licht und Sauerstoff). Sie ermöglicht die Einnahme von Mitteln die nicht oral oder durch eine Injektion angewendet werden können. Auch die Freisetzung des Wirkstoffs kann durch die Verwendung einer Kapsel beschleunigt werden. Auch das Schlucken kann durch den Überzug einer Gelatinehülle erleichtert werden.

 

Unterschiedliche Kapselarten:

 

1.     Weichgelatinekapseln

Der Gelatinehülle ist ein Weichmacher (wie Glycerlol oder Sorbitol) zugesetzt und ist im Gegensatz zu den Hartgelatinekapseln dicker, weicher und elastischer. Als Füllung eignen sich flüssige oder halbfeste Zubereitungen. Daher ist die Kapsel auch rundum geschlossen und lässt sich nicht öffnen. Generell ist die Weichgelatinekapsel laktosefrei, was einen Vorteil bei einer Laktoseintoleranz darstellt.

Diese Form kann auch als Lutsch-, Rektal- oder Vaginalkapseln eingesetzt werden. In diesen Formen ist der Wirkstoff allerdings in die Hülle miteingearbeitet.


2.     Stärkegelatinekapseln

Bestehen aus Weizenstärke oder -mehl und können nur mit trockenem Pulver gefüllt werden. Heutzutage werden sie nur noch selten produziert, da sie sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeit sind und ungünstige Zerfalleigenschaften aufweisen. Außerdem können diese Gluten enthalten und sind für Leute mit einer Glutenunverträglichkeit daher nicht geeignet. Allerdings können diese Kapseln meist unbedenklich von Vegetarier und Veganer eingenommen werden, da sie keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten.


3.     Hartgelatinekapseln

Bestehen aus einer Gelatinemasse ohne Weichmacher und aus 2 ineinander steckbaren Kapselhälften. So ist es möglich den Inhalt, durch öffnen der Kapsel, beispielsweise über das Essen zu streuen oder in ein Glas Wasser zu geben, um es mit dem Essen/Trinken aufzunehmen.

 

Vor- und Nachteile der Kapseln als Darreichungsform

Das positive an der Kapselform ist, dass sie je nach Kapselhülle, gezielt entweder im Magen oder im Darm zum Einsatz kommt. Außerdem kann sie schlechte Geschmacksstoffe der Füllung durch ihre Hülle isolieren. Handelt es sich um eine Hartgelatinekapsel lässt sich das Schlucken der Kapsel umgehen, indem man die Kapsel öffnet, den Inhalt über die Nahrung streut und diese dadurch aufnimmt.

Da die Hülle auf Außeneinflüsse reagiert, kann eine zu trockene oder zu feuchte Lagerung die Form der Kapsel verändern. Dadurch werden sie leicht brüchig oder klebrig und der Inhalt kann vor der Einnahme austreten. Kapseln lassen sich auch leider nicht flexibel dosieren (Einzeldosiert). So ist eine gezielte Einteilung des Wirkstoffes nicht möglich. Eine Problematik kann es sein, dass sich Kapseln bei der Einnahme mit kalten Speisen (z.B. Eis) nicht sofort auflösen. Das könnte beispielsweise bei einem Mittel gegen Laktoseintoleranz zu Beschwerden führen, da sich die Wirkung der Laktase zu spät entfaltet. Auch durch die Gelatine, welche in den meisten Kapseln vorhanden ist, sind sie für Veganer und Vegetarier eher ungeeignet. Sind die Kapseln besonders groß, kann es bei Schluckbeschwerden zu Schwierigkeiten bei der Einnahme kommen.

 

Da die Darreichungsform Kapsel bei dem Wirkstoff Laktase nicht nur von Vorteil wäre, haben wir uns von LactoJoy für die Tablettenform entschieden, um euch eine möglichst unkomplizierte Anwendung zu ermöglichen.

Line-Blogdown