Helfen Probiotika bei der Minderung von Lebensmittelunverträglichkeiten?

30.08.2019 19:31

Helfen Probiotika bei der Minderung von Lebensmittelunverträglichkeiten?

 

Was sind Probiotika?

Viele Menschen verwechseln oftmals Probiotika und Präbiotika und wissen nicht, dass sich die beiden deutlich voneinander unterscheiden. Präbiotika sind nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die eine positive Auswirkung auf bereits im Darm lebende Mikroorganismen haben. Probiotika dagegen sind selbst lebensfähige Mikroorganismen. Beide sind wichtig für eine gesunde Darmflora. Probiotika sind besonders hilfreich für einen gesunden Darm und können dabei helfen das Darmgleichgewicht wiederherzustellen. Die Mikroorganismen werden oftmals verschiedenen Lebensmitteln zugesetzt1. Meistens werden den Lebensmitteln Milchsäurebakterien wie Bifidobakterien und Laktobazillen als probiotische Kulturen zugefügt. Diese kommen auch natürlich im menschlichen Körper und in einer gesunden Darmflora vor. Probiotika müssen die Fähigkeit besitzen sich an der Darmwand anheften zu können. Nur so können sich die Mikroorganismen vor Ort ansiedeln und effektiv die lokale Darmflora unterstützen.

 

Probiotika in Lebensmitteln

In der Regel handelt es sich bei probiotischen Lebensmitteln um fermentierte Milchprodukte. Dazu gehören beispielsweise Joghurt, Quark, Sahne oder Käse. Diese enthalten hohe Zahlen der probiotischen Bakterienkulturen. Aber auch andere fermentierte Lebensmittel enthalten Probiotika, wie fermentiertes Gemüse. Die gängigsten fermentierten Gemüsesorten sind Sauerkraut und Kimchi. Die lebenden Mikroorganismen können aber auch getrunken werden in Form von fermentiertem Tee, wie Kombucha.  Damit die gewünschte probiotische Wirkung für die Darmflora auch erzielt werden kann, muss eine bestimmte Zahl an probiotischen Bakterien im Nahrungsmittel vorhanden sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch genügend der Bakterien lebend im menschlichen Darm ankommen. Hier ist eine Menge von einer Million Keime pro Gramm und mehr mindestens erforderlich.

 

Nutzen von Probiotika

Unter Ernährungsexperten gibt es geteilte Meinungen zum Nutzen von probiotischen Lebensmitteln. Vor allem was den Nutzen von ihnen bei gesunden Menschen betrifft. Die Forschung zu den Mikroorganismen in Bezug auf unsere Gesundheit steht erst am Anfang. Vor allem ist noch eingehender zu erforschen, welche Bakterienarten sich wirklich nachweislich positiv auf unsere Gesundheit auswirken und welche sich negativ auswirken. Studien belegen aber, dass bestimmte Stämme von Laktobazillen sich durchaus dafür eignen, um Durchfallerkrankungen nach der Einnahme von Antibiotika vorzubeugen2. Den Betroffenen wird empfohlen mindestens eine Portion eines Sauermilchproduktes, wie Joghurt oder Kefir, zu essen. Das stabilisiert die Mikrobakterien in der Darmflora und verbessert die Verdauungsfunktion.

 

Probiotika bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Eine repräsentative Langzeitstudie dazu, ob Probiotika wirklich bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten helfen, gibt es allerdings nicht. Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen daher, dass der Körper bestimmte Bestandteile der Nahrung nicht verwerten kann und dies endet dann in körperlichen Beschwerden für die Betroffenen. Bei Laktoseintoleranz kann beispielsweise der Milchzucker nicht verdaut werden, da dem Körper das Enzym Laktase fehlt. Die Beschwerden äußern sich in Form von Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Eine gezielte Ernährung mit probiotischen Lebensmitteln wäre für Menschen mit Laktoseintoleranz wohl eher schwierig und nicht ganz frei von Schmerzen. An dieser Stelle kann jedoch die Einnahme von Laktase, wie z.B. unseren hochdosierten LactoJoys helfen. Generell ist aber nichts gegen eine Ernährung mit probiotischen Lebensmitteln zu sagen.

 

Darmgesundheit

Für einen gesunden Darm braucht es aber nicht nur die Hilfe von Probiotika. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Ballaststoffen, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und wenig Zucker ist nicht nur als Ganzes gesund für uns, sondern auch gesund für unseren Darm. Damit das alles aber auch im Darm ankommen kann, müssen wir auch viel trinken. Im Bestfall sollten zwischen 1,5 – 2 Liter pro Tag getrunken werden. Für die Darmgesundheit und die Verdauung ist auch Bewegung wichtig. Der klassische Verdauungssparziergang erfüllt tatsächlich seinen Zweck. Regelmäßige Bewegung regt den Darm an. Für diese benötigte Bewegung sind alle Ausdauersportarten wie Laufen oder Schwimmen geeignet.

 

 

  1. Hahn, A., Wolters, M. & Hülsmann, O. (2006). Nahrungsergänzungsmittel und ergänzende bilanzierte Diäten. Stuttgart. Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft
  2. Johnston BC, Ma SS, Goldenberg JZ, Thorlund K, Vandvik PO, Loeb M, et al. Probiotics for the Prevention of Clostridium difficile–Associated Diarrhea: A Systematic Review and Meta-analysis. Ann Intern Med. 2012;157:878–888.
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