FAQ – Häufige Fragen bei Laktoseintoleranz

06.10.2017 10:02

FAQ 

Laktose? Milchzucker? Laktase? Enzyme? – Gerade die Diagnose „Laktoseintoleranz“ bekommen und Du hörst tausend neue Begriffe, mit denen Du nichts anfangen kannst? Wir helfen Dir, Dein Gedankenkarussell zu ordnen: In unserem folgenden Blog erhältst Du alle wichtigen Antworten auf 20 typische Fragen rund um Laktoseintoleranz.

 

1.     Was ist Laktose?

Laktose ist eine andere Bezeichnung für Milchzucker. Sie kommt natürlich in der Milch von Menschen und anderen Säugetieren wie Rindern oder Schafen vor und ist in Milchprodukten wie beispielsweise im Joghurt, Käse oder Quark zu finden. Sie ist unser Energielieferant, unterstützt die Kalziumaufnahme im Körper und sorgt für eine gesunde Verdauung.

 

2.     Was ist Laktoseintoleranz?

Eine Laktoseintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Personen, die eine Laktoseintoleranz haben, können Laktose, auch Milchzucker genannt, nicht oder nicht vollständig vom Körper verdauen. Ihr Organismus kann das Verdauungsenzym Laktase nicht oder nicht in ausreichender Menge erzeugen. Bei ihnen gelangt daher der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm, wo Darmbakterien ihn nutzen, um Gase zu bilden. Diese lösen Beschwerden wie beispielsweise Bauchschmerzen oder Blähungen aus. Grund hierfür ist eine zu geringe Produktion des notwendigen Verdauungsenzyms Laktase.


3.     Was ist Laktase?

Laktase ist ein sogenanntes Verdauungsenzym, welches für die Verdauung von Laktose zuständig ist. Die Laktase spaltet im Dünndarm die Laktose in ihre beiden Bestandteile Glukose und Galaktose auf. Dadurch kann die Laktose vom Körper verwertet werden und Energie liefern.

 

4.     Wie häufig kommt Laktoseintoleranz weltweit vor?

Laktoseintoleranz kommt auf der ganzen Welt vor. Während in Deutschland 15% der Menschen laktoseintolerant sind, sind es in Asien ganze 98%. Insgesamt vertragen 75% der Weltbevölkerung keinen Milchzucker. Weltweit gesehen ist also Laktoseintoleranz der Normalzustand des Menschen.

 

5.     Wo steckt überall Laktose drin?

Laktose ist in erster Linie ein Teil von Lebensmitteln, die direkt – d. h. aus nicht weiterverarbeiteter Milch – gewonnen werden. So ist sie beispielweise in Schokolade oder Joghurt zu finden. Aber auch in der Lebensmittelindustrie wird Laktose gerne eingesetzt, da es ein günstiger Zusatzstoff mit vielen gut nutzbaren Eigenschaften ist. So hilft die Zutat Laktose beispielsweise bei der Bräunung von Pommes, Brötchen und Grillwurst. Der Milchzucker ist dabei normal im Geschmack und hat wenig Süßkraft – d. h. man schmeckt ihn nicht heraus und er stört den Geschmack nicht, auch wenn er in größeren Mengen verwendet wird. Auch bei Fertig- / Tiefkühlgerichten und fettreduzierten Lebensmitteln solltest Du vorsichtig sein, da Laktose hier als Bindemittel eingesetzt wird. Des Weiteren erhöht Laktose die Festigkeit von Lebensmitteln und sorgt für ein angenehmes Mundgefühl im Mund und ist daher zudem in Fertigsaucen oder Kartoffelpüreepulver zu finden. Die oberste Regel bei einer Laktoseintoleranz ist daher wohl: Zutaten lesen, lesen und nochmal lesen.

 

6.     Was sind die Symptome einer Laktoseintoleranz und wann treten sie auf?

Nach dem Verzehr von Milch und milchhaltigen Produkten treten meistens nach 15 bis 30 Minuten typische Symptome wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen auf. Weitere Beschwerden können vermehrte Bauchgeräusche, Bauchkrämpfe, Vollgefühl oder Übelkeit sein. In Folge einer Laktoseintoleranz kann auch ein Gewichtverlust auftreten.

 

7.     Kann ich die Symptome bzw. Beschwerden lindern?

Ja, mit Hilfe von Laktase-Präparaten wie LactoJoy. Sie werden als „Enzymersatz“ vor einer milchzuckerhaltigen Mahlzeit eingenommen. Sie enthalten das fehlende Enzym Laktase und tragen so zur Verdauung der Laktose bei.

 

8.     Wenn jemand lange keine Laktose zu sich nimmt, wird er dann laktoseintolerant?

Es kann tatsächlich vorkommen, dass man keine Milch mehr verträgt, wenn man sie lange nicht mehr zu sich genommen hat. Der Darm ist nämlich auf gut deutsch gesagt „ein fauler Hund“. Ganz nach dem Motto: Wenn keiner meine Laktase will, dann produziere ich halt auch keine.

 

9.     Deuten Bauchschmerzen und Durchfall immer auf Laktoseintoleranz hin?

Nein. Bei gesunden Personen kann eine ganze Reihe von Lebensmitteln zu einer „Unverträglichkeit“ führen. So kann auch eine Gluten-, Histamin- oder Fruktoseintoleranz zu Beschwerden führen. Zudem wirken einige Lebensmittel wie beispielsweise Hülsenfrüchte, Gurkensalat, Kohlsorten, Zwiebeln oder auch Bestandteile wie Senf- oder Lauchöle generell blähend. Somit sind Verdauungsbeschwerden also nicht generell auf eine Laktoseintoleranz zurückzuführen.

 

10.  Welche Ursachen hat die Laktoseintoleranz bzw. wie entsteht sie?

Die Ursache für die Laktoseintoleranz ist ein Mangel des Verdauungsenzyms Laktase. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen zwei verschiedenen Formen: Einer genetisch bedingten „primären“ und einer „sekundären“, welche infolge bestimmter Erkrankungen wie beispielsweise durch eine Schädigung der Darmflora auftritt. In sehr seltenen Fällen besteht der Defekt bereits seit der Geburt, sodass betroffene Säuglinge keine Muttermilch vertragen und daher auf spezielle Kost angewiesen sind. Die Folge ist aber bei allen Formen immer die gleiche: Die Laktose kann nicht mehr verdaut werden.

 

11.  Woran erkenne ich eine Laktoseintoleranz?

Eine Laktoseintoleranz ist selbst schwer festzustellen. Bei vielen Menschen fehlt nicht das komplette Enzym Laktase, sondern die Menge nimmt im Laufe des Lebens ab. Daher vertragen viele Laktoseintolerante meist kleine Mengen Milchzucker ohne Probleme und erst größere Mengen machen Beschwerden. Deshalb raten wir bei einem Verdacht auf Laktoseintoleranz Rücksprache mit einem Arzt zu halten.

 

12.  Kann ich selbst testen, ob ich laktoseintolerant bin?

Mit einer Eliminationsdiät kannst Du herausfinden, ob Du auf Milch und Milchprodukte reagierst. Dabei werden mehrere Wochen auf alle Produkte, die Milchzucker enthalten, verzichtet. Verschwinden die Beschwerden in dieser Zeit, kann man davon ausgehen, dass eine Laktoseintoleranz vorliegt. Wir raten allerdings trotzdem im Anschluss einen Arzt aufzusuchen, der spezielle Tests durchführen kann, um Deinen Verdacht zu bestätigen.


13.  Gibt es einen Laktoseintoleranz-Test?

Wenn Du den Verdacht hast, eine Laktoseintoleranz zu haben, kannst Du einen Test beim Arzt machen. Es gibt eine Reihe verschiedener Test mit deren Hilfe sich feststellen lässt, ob eine Milchzucker-Unverträglichkeit vorliegt – beispielsweise den Wasserstoffatemtest, den Blutzuckertest oder einen Laktase-Gentest. Dein Arzt wird Dich beraten und wissen, welcher Test für Dich am besten geeignet ist.

 

14.  Welche Schritte muss ich nach der Diagnose „Laktoseintoleranz“ beachten?

Nach der Diagnose kannst Du mit einem 3-Stufen-Plan Deine individuelle Laktose-Toleranzgrenze herausfinden. Dazu vermeidest Du in der sogenannten Karenzphase zwei bis vier Wochen alle Lebensmittel mit Laktose, um Deinem Darm die Chance zu geben, sich zu regenerieren. Im Anschluss führst Du in der Testphase von vier bis sechs Wochen Deinem Körper Tag für Tag ein wenig mehr laktosehaltige Lebensmittel zu, um herauszufinden, ab welcher Laktosemenge die Symptome wieder auftreten. In der dritten und letzten Phase – der Langzeiternährung – weißt Du nun, wie viel Laktose Du verträgst und zukünftig zu Dir nehmen kannst.

 

15.  Woran liegt es, dass immer mehr Menschen eine Laktoseintoleranz haben?

Die Laktoseintoleranz ist die natürliche Veranlagung des Menschen. Bereits Hippokrates beschreibt um 400 v. Chr. Beschwerden nach der Einnahme von Milch. Richtig erforscht wurde das Thema Laktoseintoleranz jedoch erst in den letzten 60 Jahren – weshalb Laktoseintoleranz erst seit dieser Zeit verstärkt in den Medien diskutiert wird und für viele wie eine neue Modeerscheinung wirkt. Menschen, die keinen Milchzucker vertragen, sind weltweit sogar deutlich in der Überzahl: 75% der Weltbevölkerung vertragen nach wie vor keine Laktose. In westlichen Ländern, in denen sich die Landwirtschaft ausgebreitet hat und die Tierzucht eingeführt wurde, haben sich viele Menschen an die Milchzufuhr angepasst.

 

16.  Wieso kann ich plötzlich keinen Milchzucker mehr vertragen?

Die primäre Form macht sich häufig ab dem 5. Lebensjahr bemerkbar. Laktoseintoleranz kann aber auch erst in späteren Jahren auftreten. Genetisch bedingt ist Laktoseintoleranz bei älteren Menschen ein häufiges Phänomen, da die Abnahme der Laktaseaktivität zum natürlichen Alterungsprozess dazugehört. So ist zu erklären, warum diese in der Vergangenheit Milchzucker vertragen haben und nun plötzlich nicht mehr. Ab wann die Beschwerden genau auftreten, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

 

17.  Laktoseintoleranz oder Milchallergie – wo liegt der Unterschied?

Wer eine Laktoseintoleranz hat, muss nicht gleichzeitig eine Milchallergie haben. Nur ca. 10 Prozent der Menschen, die auf Milch reagieren, haben eine Milcheiweißallergie. Während bei der Milchallergie eine direkte Reaktion des Immunsystems auf das Milcheiweiß auftritt, wobei die Symptome auch tödlich verlaufen können, ist bei der Laktoseintoleranz das Immunsystem nicht überempfindlich und es treten medizinisch ungefährliche Beschwerden auf.

 

18.  Ist Laktoseintoleranz ansteckend?

Tatsächlich denken einige Leute, dass es sich bei dem einer Laktoseintoleranz um eine ansteckende Krankheit handelt. Dieser Irrglaube beruht meist darauf, dass bei einer Laktoseintoleranz als Symptom Durchfall auftreten kann. Dieser wird häufig einem Darminfekt zugeordnet, weshalb davon ausgegangen wird, dass er ansteckend ist. Das ist aber nicht so. Laktoseintoleranz ist primär eine erbliche Krankheit, die nicht durch eine Ansteckung weitergegeben werden kann.

 

19.  Ist Laktoseintoleranz heilbar?

Ob die Laktoseintoleranz heilbar ist, hängt davon ab, ob die Laktoseintoleranz durch genetische Veranlagungen (primäre Laktoseintoleranz) oder durch eine Schädigung der Darmflora durch Erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder auch nach der Einnahme von Antibiotika (sekundäre Laktoseintoleranz) auftritt. Ersteres besteht ein Leben lang und ist nicht heilbar. Wenn Deine Laktoseintoleranz dagegen durch die Schädigung der Dünndarmschleimhaut – durch beispielsweise eine vorrübergehende Darmerkrankung durch Antibiotika-Einnahme – aufgetreten ist, kann mit Heilung des Darms auch die Intoleranz wieder verbessern oder ganz verschwinden.

 

20.  Gibt es mögliche Folgen einer Laktoseintoleranz?

Bei einer Laktoseintoleranz muss man vorsichtig sein, dass kein Vitamin-D-Mangel auftritt, wenn Du auf Milch und Milchprodukte verzichtest. Zudem reguliert Vitamin D den Calciumhaushalt und sorgt dafür, dass dieser vom Körper besser aufgenommen werden kann. Denn auch ein Calcium-Mangel kann durch das Weglassen von Milch und Milchprodukten auftreten, da diese eine der wichtigsten Hauptlieferanten für Calcium in unserer Ernährung sind. Im schlimmsten Fall kann durch diesen Mangel sogar Osteoporose auftreten. Des Weiteren enthält Milch wichtige Nährstoffe wie Zink, Vitamin B2, Vitamin B12 und wichtige Eiweißbausteine. Um nicht durchgängig auf Milch und Milchprodukte zu verzichten und eventuelle Langzeitschäden in Kauf nehmen zu müssen, gibt es die Möglichkeit, sich das milchzuckerspaltende Enzym Laktase in Form von Laktase-Präparaten wie LactoJoy zuzuführen. Das Enzym Laktase spaltet dabei den aufgenommenen Milchzucker auf und macht dadurch Milchprodukte und andere laktosehaltige Lebensmittel verdaulicher. 

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