Die richtige Diagnose einer Laktoseintoleranz

11.08.2019 15:16

Die richtige Diagnose einer Laktoseintoleranz

Eine Laktoseintoleranz bringt unangenehme Folgen mit sich. Zu diesen gehören meistens Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Diese Beschwerden werden in der Regel aber nicht direkt mit einer möglichen Milchzuckerunverträglichkeit in Zusammenhang gebracht. Daher ist der erste und wichtigste Schritt zunächst den Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Verzehr von Milchzucker zu erkennen. Natürlich können Betroffene dann im nächsten Schritt ihre Ernährung dementsprechend umstellen. Die wirkliche Gewissheit, ob eine Laktoseintoleranz aber tatsächlich vorliegt, kann nur mithilfe eines Tests bestätigt werden. Es gibt verschiedene Arten eine Laktoseintoleranz zu testen. Dieser Artikel möchte dich näher über den Atemgastest (H2-Atemtest) aufklären.

 

Was ist ein H2-Atemtest?

Mit einem H2-Atemtest, auch Wasserstoffatemtest genannt, können verschiedene Erkrankungen des Darmes festgestellt werden. Dazu gehören auch Milchzucker- oder Fruchtzuckerintoleranz. In beiden Fällen gelangt der jeweilige Zucker unverdaut aus dem Dünndarm in den Dickdarm. Dort wird der unverdaute Zucker unter Gasentwicklung von Bakterien zersetzt. Deshalb kommt es bei diesen Intoleranzen häufig zu Blähungen oder Bauchschmerzen. Der Zucker zieht zudem Flüssigkeit an, weshalb es oft auch zu Durchfällen kommt. Bei einem Wasserstoff-Atemtest wird dem Betroffenen unter kontrollierten Bedingungen eine bestimmte Zuckerart verabreicht und nach festgelegten Zeitpunkten der Wasserstoff-Gehalt in der ausgeatmeten Luft gemessen. Sollte der Wasserstoff-Gehalt nicht steigen, kann eine Intoleranz der Zuckerart ausgeschlossen werden. Sollte der Wasserstoff-Gehalt aber nach 90 bis 120 Minuten ansteigen, liegt vermutlich eine Intoleranz vor.

 

Durchführung

Als Vorbereitung für den H2-Atemtest darf 12 Stunden vor der Untersuchung keine Nahrung mehr aufgenommen werden. Es darf nur noch Wasser getrunken werden. In den 24 Stunden vor der Untersuchung dürfen zudem auch keine schwer verdaulichen Speisen oder Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt aufgenommen werden. Der Test selbst ist ein nicht-invasiver Test. Es wird also kein Blut abgenommen oder eine Betäubung benötigt. Der Test kann ganz unkompliziert ambulant in gastroenterologischen Praxen durchgeführt werden. Bei Kindern kann dieser Test auch durchgeführt werden, sofern diese Anweisungen bezüglich des Atmens folgen können. Zu Beginn des Atemgastests wird der Grundwert des Wasserstoff-Gehalts in der ausgeatmeten Luft gemessen. Der Patient bläst dazu in ein Röhrchen, welches mit einem Messinstrument verbunden ist. Vor dem Ausatmen sollte der Atem rund 20 Sekunden angehalten werden. Danach trinkt der Patient ein Glas Wasser, in dem eine abgemessene Menge Zucker aufgelöst wurde. Wird der Test durchgeführt, um eine Laktoseintoleranz nachzuweisen, werden 25 Gramm Milchzucker im Wasser aufgelöst.

 

Dauer und Kostenfaktor

Die Dauer des Tests bezieht sich auf rund zwei bis drei Stunden. Nach jeweils 30, 60, 90 und 120 Minuten wird der Wasserstoff-Gehalt in der ausgeatmeten Luft überprüft. Sollten während dieser Zeit Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall auftreten, muss der Arzt über diese Symptome informiert werden. Während der Atemgastest durchgeführt wird, können parallel noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Die Kosten für diesen Atemgastest liegen bei rund 20 Euro. Bei einem begründeten Verdacht auf eine Nahrungsmittelintoleranz wird der Test aber meistens von der Krankenkasse übernommen.

 

Auswertung

Für die Auswertung des Tests wird der Wasserstoff-Anteil in der ausgeatmeten Luft in ppm („parts per million“, Teilchen pro einer Million Teilchen) gemessen. Dieser Wert liegt normalerweise bei unter 10 ppm. Wenn der Wert während des Tests auf 10 bis 20 ppm steigt, sollte die Testdauer verlängert werden, damit auch ein eindeutiges Ergebnis zustande kommt. Werte über 20 ppm gelten als positiv für eine Unverträglichkeit1. Sollte der Test positiv ausfallen, sollte dementsprechend auf den bestimmten Zucker in der Ernährung verzichtet werden. Bei einer Laktoseunverträglichkeit kann das fehlende Enzym aber auch als Tablette (Laktase-Tablette) direkt vor dem Konsum von Milch oder Milchprodukten eingenommen werden, damit die unangenehmen Beschwerden der Laktoseintoleranz nicht auftreten. An dieser Stelle haben wir bei unseren LactoJoys auf eine entsprechend höhere Dosierung geachtet um auch größere Menge von Laktose im Essen zu kompensieren. Bei der Milchzuckerunverträglichkeit variiert es aber von Person zu Person wie viel Laktase noch selbst im Darm gebildet wird und deshalb kann die Menge an benötigten Laktase-Tabletten stark variieren. Es muss individuell ausprobiert werden, wie viele Tabletten für welche Menge Laktose nötig sind.

 

1 Eisenmann, A et al.: „Implementation and interpretation of hydrogen breath tests“, in: Journal of Breath Research (2008)

Line-Blogdown