Die Unterschiede zwischen Gluten-, Fructose- und Laktoseintoleranz

25.08.2017 10:00



Milch, Brot und Obst – alles eigentlich gesunde Lebensmittel. Doch immer mehr Menschen trinken ihren Kaffee oder Kakao nur noch mit Sojamilch, verzichten zum Frühstück auf Weizenbrötchen oder trauen sich nicht mehr, auch nur einen Apfel anzurühren. Dies liegt an den Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die diesen Menschen Probleme bereiten. Doch was ist nun eigentlich der Unterschied zwischen Laktose-, Gluten- und Fructoseintoleranz? Mit welchen Lebensmitteln habe ich Probleme, wenn ich an einer dieser Unverträglichkeiten leide? Wir haben uns im Folgenden mit den wesentlichen Unterschieden dieser Intoleranzen beschäftigt.

 

Brot, Müsli und Kuchen vertragen Menschen bei einer Glutenintoleranz nicht

In Deutschland sind ca. 0,1 bis 1 Prozent der Bevölkerung von einer Glutenunverträglichkeit betroffen. Bei dieser Nahrungsmittelunverträglichkeit, die auch Zöliakie oder Sprue genannt wird, vertragen die Betroffenen kein Gluten – ein sogenanntes Kleber-Eiweiß. Dieses ist in den meisten Getreidesorten enthalten, so beispielsweise in Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste und alten sogenannten Urgetreidearten wie Emmer, Kamut und Einkorn. Der Verzehr glutenhaltiger Lebensmittel führt bei den Betroffenen zu einer Entzündung im Dünndarm, wodurch Nahrungsbestandteile wie Eisen oder Vitamin K nicht mehr aufgenommen werden und sich mit der Zeit Mangelerscheinungen entwickeln können. Dies führt vor allem bei Babys und Kleinkindern zu Wachstumsstörungen, verzögerter Pubertät, Unfruchtbarkeit oder Gewichtsstillstand. Aber auch Menschen, die erst im Erwachsenenalter eine Glutenintoleranz bekommen, müssen vorsichtig sein: Im Extremfall kann diese Unverträglichkeit das Immunsystem lebensbedrohlich angreifen und tödlich enden. Gerade deshalb ist eine frühe Diagnose besonders wichtig. Solltest Du also bei Lebensmitteln wie Brot, Gebäck, Pasta, Müsli, Kuchen, Knödeln, Malzkaffee und auch Bier Symptome wie Durchfall, Verdauungsschmerzen oder Konzentrationsstörung an Dir entdecken, solltest Du dringend einen Arzt aufsuchen. Aber auch Gelenksschmerzen, Depression, Schlafstörungen und Kopfschmerzen oder sogar Migräne können ausschlaggebende Hinweise für eine Glutenunverträglichkeit sein.

 

Es gibt zwei Arten der Fructoseintoleranz: Eine angeborene und eine erworbene Form

Fructose, umgangssprachlich auch Fruchtzucker genannt, ist nicht nur in Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Pflaumen und Gemüsesorten wie Blumenkohl, Auberginen oder Erbsen enthalten sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln wie beispielsweise Bier, Gemüse, Honig und Süßigkeiten. Vorsicht ist auch bei Trockenfrüchten, Fruchtsäften, gekaufter Marmelade und Sirup (außer Reissirup) geboten. Es gibt zwei verschiedene Arten dieser Unverträglichkeit: Eine angeborene und eine erworbene. Während die erworbene im Laufe des Lebens oder auch durch eine spezielle Diät verschwinden kann, bleibt die angeborene ein Leben lang. Bei der angeborenen – der sogenannten hereditären Fructoseintoleranz – tritt die Unverträglichkeit schon im Säuglingsalter auf. Die betroffenen Kinder leiden an einem angeborenen Enzymdefizit. Diese Art der Fructoseintoleranz ist potenziell lebensgefährlich, da bei ihr schon geringe Mengen Fructose zu gesundheitlichen Schäden führen können. So können beispielsweise bei Kindern Leber- und Nierenschäden auftreten. Damit ein Fructoseintoleranter nicht unter diesen gesundheitlichen Benachteiligungen leidet, muss er ein Leben lang auf eine sehr strikte Ernährung ohne Fructose achten. Insgesamt kommt diese Unverträglichkeit aber nur sehr selten vor.

 

Jeder dritte Mensch in Europa leidet an der sogenannten Fructosemalabsorption

Bei der intestinalen Fructoseintoleranz, auch Fructosemalabsorption genannt, sieht es dagegen anders aus: Sie ist eine der häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten in Europa – jeder dritte Mensch ist hier von ihr betroffen. In Deutschland sind es insgesamt ca. 15 bis 20 Prozent, die eine Fructosemalabsorption haben. Sie ist im Gegensatz zur angeborenen Fructoseintoleranz harmlos, da die Betroffenen noch kleine Mengen Fructose vertragen können. Bei dieser Form der Intoleranz wird der Fruchtzucker im Darm nicht richtig in der Blutbahn aufgenommen. Stattdessen gelangt er in den Dickdarm. Dort entstehen durch die Zersetzung des Fruchtzuckers von Bakterien Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Übelkeit. Zudem zählen Abgeschlagenheit, Schwindel, Sodbrennen, Erbrechen, Müdigkeit, depressive Stimmungen bis hin zu Kopfschmerzen und Migräne zu typischen Beschwerden. Eine Schwierigkeit bei der Diagnose ist jedoch, dass die genannten Symptome sehr unterschiedlich sind und täglich variieren können. Zudem treten diese oft erst einige Zeit später nach der Einnahme fructosehaltiger Lebensmittel ein. Während die Beschwerden bei einigen Menschen nach 30 Minuten bis zwei Stunden einsetzen, treten sie bei anderen auch erst nach 24 Stunden ein.

 

Bei einer Laktoseintoleranz haben Betroffene Probleme mit Milchzucker

Laktose kommt häufig in Regionen vor, in denen Milchprodukte aufgrund lokaler Ernährungsgewohnheiten selten gegessen werden: So sind beispielsweise in Asien bis zu 98% betroffen. In Deutschland leben ca. 15 Prozent mit dieser Intoleranz, weltweit sind es sogar 75 Prozent. Betroffene vertragen die Laktose – den Milchzucker – nicht, der in vielen Milchprodukten wie Joghurt, Quark oder Käse enthalten ist. Ihnen fehlt das notwendige Enzym Laktase, das die Laktose spaltet und verdaulich macht. Auch bei der Lakoseintoleranz gibt es zwei verschiedene vorkommende Arten: Bei der primären Laktoseintoleranz ist die Unverträglichkeit vererbt. Sie ist mit großen Abstand die häufigste Form der Laktoseintoleranz und bleibt ein Leben lang. Die sekundäre Laktoseintoleranz kann dagegen wieder verschwinden. Sie kann im Laufe des Lebens beispielsweise durch eine Entzündung durch spezielle Medikamente, wie Antibiotika, auftreten. Wenn diese wieder verschwindet, können auch laktosehaltige Lebensmittel wieder vertragen werden. Bei beiden Formen treten Symptome wie Magen- und Bauchkrämpfe, Blähungen oder auch Durchfallattacken auf. Aber auch kalter Schweiß, laute Darmgeräusche und Übelkeit mit Erbrechen können Beschwerden bereiten.


Ein Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeit sollte immer vom Arzt bestätigt werden

Wenn Du den Verdacht hast, eine der oben aufgeführten Intoleranzen zu haben, kann ein Arzt Dir bei der Bestätigung der Diagnose helfen. Bewahrheitet sich der Verdacht, kann Dir der Doktor entsprechende Behandlungsoptionen empfehlen und wichtige Informationen zu Deiner Ernährung geben. Im Falle der Diagnose einer Laktoseintoleranz kannst Du aber auch auf Laktasepräparate wie LactoJoy zurückgreifen. Das darin enthaltene Enzym Laktase spaltet dabei den aufgenommenen Milchzucker auf und macht dadurch Milchprodukte und andere laktosehaltige Lebensmittel verdaulicher.

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