Behandlungsmöglichkeiten bei Laktoseintoleranz

01.09.2017 10:00

Behandlungsmöglichkeiten


Eine Laktoseintoleranz kann man grundsätzlich dann behandeln, wenn sie in sekundärer Form auftritt. Sekundär bedeutet, dass die Laktoseintoleranz durch eine andere Erkrankung - wie beispielsweise eine Darmerkrankung durch Antibiotika-Einnahme - auftritt. Klingt die Darmentzündung ab, kann auch die Laktoseintoleranz verschwinden und laktosehaltige Lebensmittel können wieder vertragen werden. Allerdings sieht das bei der primären Laktoseintoleranz, die durch einen Gendefekt vererbbar ist und die mit großem Abstand die häufigste Form der Laktoseintoleranz ist, ein wenig anders aus. Wie sagt man so schön? Erst die schlechte und dann die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht für Dich: Falls Du die primäre, also angeborene, Form der Lakoseintoleranz hast, ist diese leider nicht heilbar. Und nun die gute: Du kannst bei einer primären Laktoseintoleranz Deine Ernährung in einem 3-Stufen-Plan so umstellen, dass ihre typischen Symptome wie Blähungen und Durchfall gelindert werden. Wie genau das funktioniert, erklären wir Dir im Folgenden.

 

Im ersten Schritt nach der Diagnose wird auf laktosehaltige Lebensmittel verzichtet

Nach der Diagnose Laktoseintoleranz ist es sinnvoll mit dem 3-Stufen-Plan zu beginnen, um Deine individuelle Laktose-Toleranzgrenze herauszufinden. Mit der ersten Phase, der sogenannten Karenzphase, solltest Du möglichst zu einem Zeitpunkt beginnen, in der es für Dich leicht machbar ist, auf Deine Ernährung zu achten. Denn in dieser Zeit erfolgt eine Umstellung der Ernährung, in der man keine Laktose, maximal jedoch 1 Gramm pro Tag, zu sich nehmen darf. Das bedeutet, dass Du in dieser Zeit auf Milch und Milchprodukte sowie Lebensmittel, die Laktose enthalten, verzichten bzw. sie nur im eingeschränkten Maße zu Dir nehmen solltest. Das Ziel in dieser Phase ist es, dem Darm eine Chance zu geben, sich komplett zu regenerieren. In dieser Zeit sollte man ähnlich wie bei einer Schonkost nach einer Magen-Darm-Grippe nur gedünstetes und leicht verdauliches Essen zu sich zu nehmen und auf gebratene Speisen und schwer verdauliches Essen wie grobe Vollkornbrote, Kohlgemüse, Zwiebelgewächse und Hülsenfrüchte verzichten. Wichtig ist es, in dieser Phase vor allem auch auf versteckte Laktose in Lebensmitteln zu achten (hier hilft Dir unser Blogeintrag „Laktose versteckt sich in vielen Lebensmitteln - aber nicht auf der Zutatenliste“ unter http://bit.ly/2ugJAYY weiter). Zudem ist es in dieser Zeit nötig darauf zu achten, viel Flüssigkeit zu Dir zu nehmen und häufige aber kleine Mahlzeiten langsam und gut gekaut zu essen, um den Darm konstant zu beschäftigen und ihn nicht plötzlich mit dem Essen zu „überfluten“.

 

Wenn die Symptome nicht besser werden, lohnt es sich ein Ernährungstagebuch anzulegen

Erst nach zwei bis vier Wochen - wenn sich für einige Tage deutlich weniger oder gar keine Beschwerden mehr zeigen - solltest Du in die nächste Phase übergehen. Sollten die Symptome nach dieser Zeit allerdings nicht besser geworden sein, gibt es die Möglichkeit, dass eventuell noch weitere Intoleranzen - wie beispielsweise eine Fructose- oder Glutenunverträglichkeit - bestehen. Diesen Verdacht solltest Du aber unbedingt mit einem Arzt abklären. Andererseits könnte es auch möglich sein, dass Du doch ausversehen laktosehaltige Lebensmittel gegessen hast. Daher empfiehlt es sich vor dem Aufsuchen eines Arztes, ein Ernährungstagebuch anzulegen, um Produkte mit Laktose zu identifizieren. Zudem solltest Du nochmals die Zutatenliste genau auf Hinweise nach Laktose überprüfen, um sicherzugehen, dass Du keine laktosehaltigen Lebensmittel zu Dir genommen hast.

 

In der Testphase stehen nach und nach laktosehaltige Lebensmittel auf dem Speiseplan

Sind die Symptome aber besser geworden, kann mit der zweiten Phase - der Testphase -begonnen werden, in der versucht wird die individuelle Laktose-Toleranzgrenze zu ermitteln. Während dieser Testphase probiert man täglich aber langsam steigend wieder die „kritischen“ Lebensmittel zu sich zu nehmen und kleine Mengen Laktose in den Speiseplan zu integrieren. Wichtig ist, nicht alle laktosehaltigen Lebensmittel auf einmal zu sich zu nehmen, sondern die Mengen über den Tag zu verteilen. So kann man morgens beispielsweise etwas laktosearmen Käse und nachmittags als Snack dann einige Löffel Joghurt oder Quark zu sich nehmen. So wird dann jeden Tag die Menge der eingenommenen Laktose ein wenig gesteigert. Hilfreich ist es - falls du es in der Testphase nicht schon gemacht hast - nebenbei ein Ernährungstagebuch zu führen und aufzuschreiben, was genau in welcher Menge gegessen wurde. So kannst Du am Ende am besten nachvollziehen, ab welcher Laktosemenge die Symptome wieder auftreten und weißt so nach einiger Zeit, wie viel Laktose Du ca. am Tag verträgst. Während einige feststellen werden, dass sie noch kleine Mengen vertragen, werden andere zu dem Ergebnis gelangen, dass sie gar keine Laktose mehr abkönnen. Ziel ist es, in der Testphase Deine dauerhafte Ernährung mit laktosehaltigen Lebensmitteln zu entwickeln, die so zusammengesetzt sein sollte, dass sie nicht zu Beschwerden führt.

 

In der Langzeiternährung ist es wichtig, nicht komplett auf Milchprodukte zu verzichten

Nach der Testphase von ca. vier bis sechs Wochen gehst Du fließend in die dritte und letzte Phase - die Langzeiternährung - über, da Du nun weißt, wie viel Laktose Du zukünftig verträgst und zu Dir nehmen kannst. Dennoch ist es gerade in der Langzeiternährung wichtig, dass Du darauf achtest, nicht einfach gänzlich auf Milchprodukte zu verzichten. Das hilft Dir zwar typische Symptome zu vermeiden, ist aber auch ernährungsphysiologischer Sicht nicht zu empfehlen. Denn wenn Milch und Milchprodukte nicht mehr eingenommen werden, kann ein Vitamin D Mangel auftreten. Dies ist schädlich, da Vitamin D für unsere Knochengesundheit von Bedeutung ist. In den Sommermonaten kann unser Körper Vitamin D zwar unter dem Einfluss von Sonnenlicht selbst herstellen, allerdings ist gerade in den sonnenarmen Wintermonaten die Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung sehr wichtig. Zudem reguliert Vitamin D den Calciumhaushalt und sorgt dafür, dass dieser vom Körper besser aufgenommen werden kann. Denn auch ein Calcium-Mangel kann durch das Weglassen von Milch und Milchprodukten auftreten, da diese eine der wichtigsten Hauptlieferanten für Calcium in unserer Ernährung sind. Bei zu wenig Calcium können Langzeitschäden entstehen, da es unter anderem für die Stabilität des Knochengerüsts mitverantwortlich ist. Im schlimmsten Fall kann durch diesen Mangel sogar Osteoporose auftreten. Des Weiteren enthält Milch wichtige Nährstoffe wie Zink, Vitamin B2, Vitamin B12 und wichtige Eiweißbausteine.

 

LactoJoy hilft Dir dabei, wichtige Nährstoffe durch die Milch aufnehmen zu können

Um nicht durchgängig auf Milch und Milchprodukte zu verzichten und eventuelle Langzeitschäden in Kauf nehmen zu müssen, gibt es die Möglichkeit das milchzuckerspaltende Enzym Laktase in Form von Laktase-Präparaten wie LactoJoy zuzuführen. Das Enzym Laktase spaltet dabei den aufgenommenen Milchzucker auf und macht dadurch Milchprodukte und andere laktosehaltige Lebensmittel verdaulicher. Zudem sind Tabletten wie LactoJoy bei Feiern, im Familienkreis oder im Berufsalltag eine große Hilfe, bei denen es schwierig ist Essen und Trinken ohne Laktose zu finden. Man kann die hochdosierten LactoJoys einfach einwerfen, ohne sich vorher den Kopf zu zerbrechen, ob und wie viel Laktosegehalt in den Lebensmitteln vorhanden ist. Die gegebenenfalls zu viel genommene Laktase schadet nicht und wird auf natürlichem Weg ausgeschieden.

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