Antibiotikum - Ein „Bösewicht“ für unseren Körper

20.04.2018 10:00

Antibiotikum



Wundermittel oder Chemiekeule? Bei Antibiotika scheiden sich die Geister. Doch ganz gleich ob beim Hausarzt oder im Krankenhaus: Antibiotika sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Die kleinen Pillen retten Leben. Sie töten gefährliche Bakterien und hemmen diese in ihrem Wachstum, sodass sie sich nicht mehr vermehren können. Einst tödliche Krankheiten wie Tuberkulose oder Cholera sind deshalb heilbar. Der Superstar unter den Medikamenten trägt allerdings ein gewaltiges Päckchen an Risiken und Nebenwirkungen mit sich…


Kann ein Antibiotikum schaden? 

Antibiotika gehören mittlerweile zu den am meisten verschriebenen Medikamenten. In einigen Ländern sind sie sogar frei in der Apotheke erhältlich - was den Missbrauch fördert. Denn Patienten wollen in der Regel immer nur eines: Schnell wieder gesund werden. Selbst bei einer einfachen Erkältung greifen deshalb viele ohne Bedenken zu einem Antibiotikum. Bei einer triefenden Nase, Husten oder einem kratzendem Hals hilft das vermeintliche Allheilmittel aber nicht. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien – Erkältungen werden aber meist durch Viren ausgelöst. Eine unnötige Einnahme kann verheerende Folgen haben. Kommen Antibiotika zu oft zum Einsatz, oder wird die Behandlung zu früh beendet, entwickeln die Bakterien irgendwann Resistenzen gegenüber den Wirkstoffen. Ihr Erbgut verändert sich durch Mutationen. Die Bakterien passen sich an, das Antibiotikum kann sie dann nicht mehr abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Des Weiteren sind unangenehme Nebenwirkungen nicht selten. Häufig sind Durchfall oder Übelkeit. Diese akuten Beschwerden vergehen meist nach wenigen Tagen. Langfristige Schäden können Antibiotika aber an anderer Stelle anrichten: Der Darmflora. Antibiotika greifen nämlich nicht nur die schädlichen Bakterien an, die die Ursache der Erkrankung sind, sondern auch die Nützlichen, die der Mensch für sein Wohlbefinden benötigt. Antibiotika sollten deshalb nie leichtfertig und ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. 


Probiotika bringen die Darmflora ins Gleichgewicht 

Die Darmflora wird von Millionen von Mikroorganismen besiedelt. Sie unterstützen das Immunsystem und versorgen uns mit wichtigen Nährstoffen. Je gesünder und ausgeglichener die Darmflora ist, umso gesünder ist auch der Mensch. Eine Antibiotika-Therapie kann dieses Ökosystems aber ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Denn während der Behandlung wird die Bakterienanzahl häufig vermindert. Der Lebensraum steht dann schädlichen Bakterien zur Verfügung, die sich dort schnell ausbreiten können. Die Folge: Unsere Abwehrkraft sinkt und neue Krankheitserreger haben leichtes Spiel. Damit das gar nicht erst passiert, sollten Antibiotika stets mit der Einnahme von Probiotika kombiniert werden. Probiotika sind lebende Bakterien, wie zum Beispiel Milchsäurebakterien, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Sie produzieren im Darm Milchsäure, die den pH-Wert senkt. Das hemmt einerseits das Wachstum krankmachender Keime und stimuliert gleichzeitig das Wachstum der nützlichen Bakterien. Milchprodukte wie Joghurt und Kefir unterstützen zusätzlich. Damit die probiotischen Bakterien nicht sofort wieder abgetötet werden, sollte das Probiotikum am besten auf nüchternen Magen und stets im Abstand von zwei bis drei Stunden zu dem Antibiotikum eingenommen werden. Und das für mindestens einen Monat. Für einen dauerhaften Gesundheitseffekt müssen sie kontinuierlich eingenommen werden - am besten täglich. Übrigens: Ohne die Hilfe von Probiotika braucht die Darmflora nach einer Antibiotika-Kur bis zu sechs Monate für die Regenerierung.

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