10 Irrtümer rund um Laktoseintoleranz:

20.03.2015 15:25




1.    Laktoseintoleranz ist eine Krankheit.

Bei Laktoseintoleranz handelt es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Sie ist weder eine Allergie, noch eine Krankheit. Etwa 75 % der Weltbevölkerung ist laktoseintolerant. Dass der Mensch im erwachsenen Alter keine Milch verträgt, ist also eigentlich der Normalfall.

2.    Bei einer Laktoseintoleranz sind alle Milchprodukte tabu.

Zum einen gibt es bei der Laktoseintoleranz ganz unterschiedliche Ausprägungen. Jeder Betroffene verträgt je nach Schweregrad unterschiedlich kleine Mengen an Milchzucker. Diese Toleranzgrenze findet jeder mit der Zeit heraus. Außerdem enthält nicht jedes Milchprodukt (wie z.B. Hartkäse) genügend Laktose, um bei jedem Beschwerden hervorzurufen. Nicht zuletzt machen Laktase-Präparate wie LactoJoy den gelegentlichen Verzehr von Milchprodukten möglich.

3.    Auf Medikamente mit Milchzucker muss generell verzichtet werden.

Nicht unbedingt. Viele Medikamente haben einen so geringen Laktoseanteil, dass sie auch bei einer leichten bis mittelschweren Laktoseintoleranz bedenkenlos eingenommen werden können. Allerdings sollte dies immer in Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker erfolgen.

4.    Schaf- und Ziegenmilch enthalten keine Laktose und sind daher gut verträglich.

Dieses Gerücht hört man immer wieder, aber es ist falsch. Der Laktosegehalt von Schaf- und Ziegenmilch ist ungefähr gleich hoch wie bei Kuhmilch.

5.    Rohmilch ist gut verträglich.

Es hält sich der Irrtum, dass die Bakterien in der unpasteurisierten Milch Laktose aufspalten würden und Rohmilch daher gut verträglich ist. Rohmilch ist aber bei Laktoseintoleranz ebenso unverträglich wie pasteurisierte Milch.

6.    Die „Laktosefrei“- Produkte enthalten 0% Laktose.

In den Produkten, die als „laktosefrei“ gekennzeichnet sind, ist trotzdem noch ein Restgehalt an Laktose enthalten. Der Gehalt bewegt sich normalerweise bei < 0,01 g pro 100 g. Allerdings fehlt es hier noch an einer klaren Gesetzgebung und zuverlässigen Kontrollen.

7.    Lebensmittel mit dem Hinweis „kann Spuren von Milch/Laktose enthalten“ müssen vermieden werden.

Dieser Hinweis ist in Wirklichkeit ein sicheres Indiz dafür, dass Laktose in so geringen Mengen enthalten ist (oder gänzlich fehlt), dass der Verzehr unbedenklich ist.

8.    Cola enthält Laktose.

Weder Coke zero, Cola light, Pepsi o.a. enthalten Laktose. Nur Menschen mit einer Fruktose-Intoleranz sollten diese Getränke meiden, denn sie enthalten den Süßstoff High-Fructose-Corn-Syrup.

9.    Fehlt die Angabe von Laktose in der Zutatenliste, ist sie auch nicht enthalten.

Sind in der Zutatenliste Milch, Milcheiweis, Sahne, Quark oder Süßmolkepulver aufgelistet, ist eine zusätzliche Angabe des Laktosegehalts gesetzlich nicht erforderlich.

10. Joghurt ist ein Milchprodukt und wird deshalb nicht vertragen.

Das kommt darauf an. Bei Fruchtjoghurts sollte tatsächlich die Vorsicht walten, da sie oft mit Milchpulver angereichert werden. Säuerliche Naturjoghurts ohne Zusätze hingegen sind für die meisten sehr wohl verträglich. Denn sie liefern neben dem Milchzucker gleich die Bakterien zu dessen Verdauung mit. Wie praktisch!


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